Seit dem 19. März 2023 ist mit „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ die modere Neuinszenierung der weltweit bekanntesten Liebesgeschichte als Musical im Theater des Westens Berlin zu sehen und rührt zu Tränen. Wir haben die Show dort besucht und berichten euch in unserer Kritik:

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Das Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“:

„Romeo und Julia – Liebe ist alles“ erzählt die wohl bekannteste Liebesgeschichte aller Zeiten.  Sie spielt im 16. Jahrhundert in Verona und berichtet über die Feindschaft zweier Familien, der Capulets und der Montagues. Ihre beiden Kinder, Julia Capulet und Romeo Montague, verlieben sich jedoch ineinander und beschließen ihre Liebe geheim zu halten. Durch den Hass zwischen ihrer beiden Familien und dadurch dass Julia mit Graf Paris getraut werden soll, steigert sich ihre Liebesgeschichte allerdings in ein tragisches Ende.

Die Musik zu dem Stück stammt aus den Federn des erfolgreichen Komponistenduos Peter Plate und Ulf Leo Sommer, die schon in den 90er Jahren für die Band Rosenstolz Texte komponierten. Beide feierten im letzten Jahr einen Riesenerfolg mit ihrem ersten Musical „Ku’damm 56“. Die Hauptmelodie des Stücks ist, wie schon im Musicaltitel angekündigt, „Liebe ist alles“ von Rosenstolz. Dieses Motto zieht sich durch die gesamt Aufführung und wird immer wieder indirekt zur Sprache gebracht.

Die Liedkompositionen sind modern gehalten und wechseln sich zwischen ruhigen Balladen und poppigen Ensemblestücken ab. Ein klarer Kontrast schafft hierbei der Todesengel, der als einziger Operetten singt und immer auftritt, wenn es um das Thema Sterben geht.

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Die Besetzung des Stücks:

Yasmina Hempel verkörpert die Hauptrolle Julia und zeigt auf dramatische Weise ihre Lebensgeschichte. Mit ihren meist ruhigen und sehr emotionalen Songs überbringt sie die Botschaft, dass für Liebe gekämpft werden sollte und sie weit über den Tod reicht. Dabei rührt sie das Publikum sehr oft zu Tränen.

Paul Csitkovics zeigt sich in der Rolle des Romeos und unterhält das Publikum anfangs mit seinem Gitarrensolo “Rosalinde”. Innerhalb des Stückes ändern sich seine Emotionen deutlich, vor allem nach dem Tod Tybalts, wodurch er authentisch Mitleid bei den Zuschauern erzeugt.

Steffi Irmen übernimmt die Rolle der Amme und zeigt sich in zwei Sololiedern sehr bühnenpräsent und stark. Bei dem Lied „Hormone“ zeigt sie alle Fassetten ihrer Stimme und bringt das Publikum zu Standing Ovations.

Mercutio, gespielt von Nico Went, steht Romeo als besten Freund zur Seite und verteidigt ihn sogar im Kampf um Leben oder Tod.
Auch hier wirkt das Musical sehr modern, denn es zeigt die heimliche Liebe von Mercutio zu Romeo und später zu seinem Cousin Tybalt.

Samuel Franco verkörpert die Rolle des Tybalts in dem Stück. Um seine gesellschaftliche Position und seinen persönlichen Hass zu Romeo zu zeigen, lädt er ihn zu einem Duell ein, wobei allerdings Mercutio und nicht wie geplant Romeo ums Leben kommt.

In weiteren Rollen spielen Edwin Parzefall als Benvolio, Philipp Nowicki als Pater Lorenzo, Joel Zupan als Lady Capulet und Marius Bingel als Lord Capulet. Marco Fahrland-Jadue überzeugt des Weiteren auf der Bühne als Todesengel.

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Die Show in Berlin:

Das Bühnenbild von Andrew D. Edwards ist bei „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ sehr schlicht gehalten. Eine feste Veranda mit dem klassischen Balkon ziert die Bühne dauerhaft. Immer wieder herunterkommende Seile oder farbwechselnde Lichter stellen romantische Szene zwischen Romeo und Julia, sowie das Innere des Hauses, dar.  Auch die Kostüme von Anke Ludwig werden fast nie gewechselt und entsprechen typischer Kleidung des vorhandenen Zeitalters. Dementsprechend tragen fast alle Naturtöne, bis auf Lady Capulet, die in Orange- und Rottönen gekleidet ist.

Im Gegensatz zu den Liedern, bei denen die deutsche Sprache einfach gehalten wurde, zeigt sich in den Dialogen die Sprache des 16. Jahrhunderts wieder, was es teilweise etwas schwer macht den gesamten Inhalt zu verstehen. Auch hier sieht man in der Inszenierung von Christoph Drewitz wieder den deutlichen Kontrast zu der damaligen Zeit und der heutigen Zeit, an die das Stück angepasst wurde. Ganz am Ende gab es als Zugabe „Es lebe der Tod“ und schließlich „Liebe ist alles“ bei denen die Darsteller ihre Kostüme ablagen und in tagesüblicher Kleidung auf der Bühne standen. Hierbei hatte auch das Publikum die Chance mitzusingen, wodurch Konzertstimmung aufkam. Dabei verteilten die Darsteller auch nochmal die Message: Liebe ist alles!

„Romeo und Julia – Liebe ist alles“ ist ein überaus sehenswertes Stück, welches man im Berliner Theater des Westens besuchen sollte. Es greift sowohl das Zeitalter des klassischen Stücks auf, ist aber gleichzeitig modern mit Popliedern, in denen man deutlich den Komponistenstil von Ulf Leo Sommer und Peter Plate erkennt. Auch wird die Nachricht, die das Musical überbringen soll, deutlich und regt zum Nachdenken an.

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Weitere Informationen und Tickets für das Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ in Berlin erhaltet ihr hier.*

Besuchte Vorstellung: 22. April 2023 im Theater des Westens Berlin.

(Bildquelle (c) Ron Scheffel)

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