Besuchte Vorstellung: 25. Juni 2019 im Stage Operettenhaus, Hamburg

Im April 2018 feierte mit „Tina“ das erste Musical Welturaufführung, an dem Tina Turner selbst mitarbeitete. Im März 2019, ein knappes Jahr später, folgte die Deutschlandpremiere im Operettenhaus, wo wir das Stück vor dem Broadway-Transfer besucht haben:

Im Stück geht es um die Lebensgeschichte der „Queen of Rock“ Tina Turner. Angefangen bei Anna Maes Kindheit in Nutbush, über die Tour und anschließend gewalttätige Ehe mit Ike Turner bis zu ihrem Solo-Erfolg zeichnet das Stück ihre Biografie mit Höhen & noch mehr Tiefen nach.

Eingebunden in die Handlung sind 24 Lieder inklusive der größten Hits wie „Simply the best“. Die Lieder, die für das Verständnis der Geschichte wichtig sind, wurden dafür funktional auf Deutsch übersetzt, während für Auftritte die englischen Originale beibehalten wurden.  Die 10-köpfige Band, unter der Leitung von Broder Kühne, spielt die Lieder mit sattem Klang, wobei die Bläser stellenweise zu dominant klingen.

Nyassa Alberta verkörpert ‚Tina‘ in allen Phasen & Gefühlslagen ihres Lebens authentisch – ohne dabei eine 1:1-Kopie des Originals sein zu wollen. Auch ohne das kratzige in ihrer Stimme kann sie überzeugen und zeigt spätestens bei „River Deep – Mountain High“ ihre beeindruckende Power. Gleichzeitig läutet sie mit ihrem starken Belt eine neue Phase in Tinas Leben ein.

Mandela Wee Wee verleiht ‚Ike Turner‘ glaubhaft zwei Gesichter: Einerseits den charmanten Showman, der Leute von sich überzeugen kann sowie andererseits den gewalttätigen Ehemann, der die Hand erhebt, wenn sein Wille nicht direkt geschieht.

Ihre Mutter ‚Zelma Bullock‘ ist eine harsche Kritikerin Tinas. Adisat Semenitsch bringt diese extreme Meinung und die entstehenden Spannungen gekonnt auf die Bühne.

Die zahlreichen Nebenrollen werden stets passend durch Mitglieder des Ensembles dargestellt. Das Ensemble als Ganzes harmoniert gut miteinander, wobei besonders die ‚Ikettes‘ mit ihren temporeichen Choreografien zu erwähnen sind.

Die Inszenierung von Phyllida Lloyd konzentriert sich auf das Leben Tinas. Sie erzählt diese weitestgehend kurzweilig und verständlich. Das Bühnenbild (Mark Thompson) bleibt mit Projektionen und kleineren Elementen im Hintergrund und schafft so einen passenden Handlungsrahmen.

Bei „Tina“ ist der Name Programm: Besucher bekommen im Operettenhaus Tina Turners Geschichte von einer starken Cast erzählt, die diese glaubhaft darstellt. Ein Gute-Laune-Musical oder buntes Spektakel sollte man jedoch nicht erwarten.

Weitere Informationen und Tickets für „Tina“ in Hamburg erhaltet ihr hier.

Vielen Dank an Stage Entertainment für die freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Manuel Harlan)

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