Premieren sind aktuell selten, doch am Stadttheater Fürth feierte diesen Monat sogar mit  „Swing Street“ ein neues Musical Welturaufführung.

Wir haben es angeschaut und berichten euch:

Im Stück (Buch: Ewald Arenz) geht es um das Paar Anna & Mike, die voller Träume nach New York City ziehen. Dort hat Mike schnell als Banker Erfolg, während Anna keinen Gig bekommt und sich die beiden aus den Augen verlieren. Anna findet Zuflucht in einem Schallplattenladen, dessen Geheimtür den Zugang zur berühmten Swing Street in den 1930er Jahren bietet. Bis zur Entdeckung braucht das Stück jedoch einige Zeit, um an Fahrt zu gewinnen. Der Beziehungskonflikt und die Versuchung der alten Zeit wechselt sich fortan passend ab, auch wenn das Ende schließlich recht unschlüssig bleibt.

Die Thilo Wolf Big Band sorgt für einen vollen Klang und bildet im Hintergrund die passende Club-Kulisse. Gerade mit den bezeichnenden, vollen Swing-Sound sorgen sie für Stimmung, während die Lieder in der Gegenwart samt ihren einfachen Texten eher zweckdienlich & teils sogar plump wirken.

Die Hauptrolle der DJane ‚Anna‘ übernimmt Karolin Konert, die darin den ganzen Abend über mit ihrer starken Präsenz fesselt und mit ihrer kräftigen Stimme überzeugt, die ihre Gefühlswelt stets authentisch Ausdruck verleiht.

Friedrich Rau fokussiert sich als ‚Mike‘ stark auf seine Karriere, kann aber an der Gitarre seine leidenschaftliche Seite wiederentdeckten und harmoniert so gut mit Konert.

Niklas Schurz überzeugt dahingegen als charmanter Steppprofi ‚Pete‘, der seinem Ruf auch in den herausfordernden Tanzsoli gerecht wird.

Simon Tobias Hauser sorgt als Mikes Kollege ‚Tom‘ mit viel Körpereinsatz für zahlreiche Lacher und schafft mit seinen Rap-Einlagen eine unerwartete, aber harmonische Verbindung zwischen den Zeiten.

Bettina Meske führt als schroffe Plattenladenbesitzerin ‚Doris‘ in den 1930er Jahren den Club „The Famous Door“ an, wo das Ensemble die pulsierende Stadt mit schwungvollen Choreografien (von Gaines Hall) zum Leben erweckt – die Studierenden der Theaterakademie dabei stehen ihren erfahreneren Kollegen dabei ins nichts nach.

Das reduzierte Bühnenbild von Lena Scheerer  rund um die Big Band bietet mit den wandelbaren Räumen und Projektionen im Hintergrund den passenden Rahmen für die Zeitreise, welche die Kostüme stilecht ergänzen. So erinnern zwischenzeitlich lediglich die maskentragenden Bühnenarbeiter:innen an die aktuellen Umstände.

„Swing Street“ glänzt mit einem starken Cast, der die legendäre Straße mit Hilfe der Thilo Wolf Big Band zu neuem Leben erweckt. Das Stück leidet jedoch unter der konstruierten Zeitreise, da die Episoden in der Gegenwart kaum überzeugen können.

Weitere Informationen und Tickets für „Swing Street“ in Fürth erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: 25. Oktober 2020 (nachmittags) im Stadttheater Fürth.
Vielen Dank an das Stadttheater Fürth für die freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Günter Meier)

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