Was bereits überaus erfolgreich und mit den meisten Kinobesuchern im Jahr 2013 auf der Kinoleinwand funktionierte, funktioniert auch auf der Bühne. 2018 wurde das in München uraufgeführte Musical „Fack ju Göhte“ mit dem Deutschen Musical Theater Preis als bestes Musical ausgezeichnet. Seit Januar 2023 ist das Musical nun auf Tour im deutschsprachigen Raum und ist sogar bereits um eine weitere Tour im Herbst ergänzt worden. Wir haben die Produktion für euch besucht und berichten euch:

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Das Musical „Fack ju Göhte”:

Das Musical von Kevin Schroeder, Simon Triebel und Nicolas Rebscher bringt die aus dem Spielfilm bekannte Geschichte gekonnt auf die Bühne. Dabei sind viele Situationen und Dialoge an den Film angelehnt. Trotz vieler Parallelen gibt es minimale Abänderungen, um die Handlung passend als Musicalproduktion zu machen.

Es geht um den ehemaligen Häftling Zeki Müller, der nach seiner Entlassung seine Beute ausgraben möchte. Allerdings muss er feststellen, dass an der Stelle mittlerweile eine Schul-Sporthalle gebaut wurde. Um sich Zugang dazu zu verschaffen, will er sich an der Schule als Hausmeister bewerben. Dabei wird er jedoch als Aushilfslehrer eingestellt. Er lernt dadurch die überakkurate Referendarin Elisabeth Schnabelstedt auch Lisi genannt und die verhaltensauffällige Klasse 10b kennen. Um die Problemklasse in den Griff zu bekommen, greift er zu drastischen und unüblichen Maßnahmen, die Lisi erschüttern. Mit der Zeit baut er allerdings eine Beziehung sowohl zu seinen Schülern als auch zu Lisi auf. Dadurch beginnt er an seiner Zukunft zu zweifeln…

Die Musik von Nicolas Rebscher dazu ist genauso wie das Stück cool, modern, frisch und abwechslungsreich mit passenden Songtexten von Simon Triebel. Es wird mit vielen rockigen Tönen, deutschem Pop und Rap-Elementen gearbeitet. Somit ist von kräftigen Pop- und Rocksongs, witzigen Raps bis hin zu einfühlsamen Balladen alles vertreten. Das Ensemble hat in den meisten Liedern einen elementaren Anteil und gibt die Lieder lautstark zum Besten. Neben dem Ensemble wird das Stück von einem sehr talentierten Cast getragen.

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Die Besetzung auf der Tour:

Silvio Römer überzeugt als Zeki Müller von der ersten Szene an sowohl schauspielerisch als auch gesanglich in dem Lied „Frische Luft“. Er spielt die charismatische Hauptrolle mit der dafür notwendigen Coolness und den für ihn charakteristischen Sprüchen.

Lisi Schnabelstedt hingegen verkörpert von Veronika Hörmann zeigt gekonnt ihre Entwicklung von der überkorrekten, unsicheren Referendarin zur selbstbewussten Frau. Diese unterstreicht sie auch gesanglich mit ihrer schönen Stimme von „Lisi beruhig dich“ zu „Wegen dir“.

Eine ebenso klare, schöne Stimme hat ihre Schwester Laura gespielt von Amelie Polak. In dem Lied „Weg von hier“ bringt sie gekonnt ihre Gefühle zum Ausdruck.

Besonderen Eindruck hinterlässt Franziska Kuropka als Schulleiterin Frau Gerster. Mit imposanter Strenge und Stimmkraft nimmt sie die Bühne in ihrem Song „Asapissimo“ ein.

Ebenfalls hervorzuheben sind Jasmin Fihlon als Chantal, Florian Heinke als Danger, Malcolm Henry als Burak und Myriam Akhoundov als Zeynep. Sie alle spielen und singen ihre Rolle beeindruckend authentisch, nahe an den Filmrollen und dennoch auf überzeugend eigene Art und Weise.

Für gute Stimmung sorgt zudem immer wieder die  Prostituierte Charlie, gespielt von Johanna Weinstich. Sie zeigt ihr Talent nicht nur im Gesang, sondern auch im Schauspiel und Tanz.

An dieser Stelle ist zudem das hervorragende Ensemble nennen, das durchweg zusammen mit dem gesamten Cast performt, tanzt ebenso wie singt. Mit unglaublich viel Energie, Talent und Leidenschaft reißt die gesamte Besetzung einschließlich Ensemble das Publikum in dieser Inszenierung mit.

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Die Neuinszenierung:

Für die von ShowSlot produzierte Neuinszenierung führte Christoph Drewitz Regie, der bereits die Uraufführung inszenierte. Dabei greift er von der ursprünglichen Produktion Elemente auf, bringt aber auch neue mit ein. Er inszeniert das Stück temporeich und energiegeladen.

Das Bühnenbild von Andrew Edwards beweist dabei wie wandelbar eine Kulisse mit wenigen Elementen sein kann. Besonders beeindruckend sind hierbei die Schulspinte, in denen sich allerlei zum Teil auch ganze Zimmer und etliches mehr befindet. Die Bühne selber zeigt eine Sporthalle in der zudem drei unterschiedlich große Klettergerüste stehen. Auch diese sind beweglich und werden zum Beispiel zur Darstellung der Gefängniszelle genutzt. Außerdem werden rote, verschiebbare Würfel in allen möglichen Situationen verschieden angewandt. Auffällig ist, dass jede Kulisse voller leuchtender Farben, Graffiti und Muster und damit voll und ganz stilgemäß ist.

Dem entsprechen auch die Kostüme (Adam Nee). Sie sind passend zu den Charakteren entweder bunt, lässig und hip oder unauffällig altbacken und verändern sich mit der Rolle im Laufe des Stücks.

Ein besonderes Highlight immer wieder sind die mitreißenden Choreographien von Jonathan Huor. Diese lassen einen kaum still sitzen. Dabei bleiben unter anderem die großartige Tanznummer vom Sprayersong und dem Maskenball in der kreativ inszenierten „Romeo und Julia“-Szene besonders in Erinnerung.

Einzig die Lautstärke des Stücks könnte phasenweise noch etwas reguliert werden. Auch wenn ein gewisser Grad an Stimmgewalt und Lärmpegel zu der Handlung passt, wirken einige Lieder partiell insbesondere im ersten Akt zu lautstark.

„Fack ju Göhte – Das Musical“ ist ebenso wie der Film frech & frisch, wahnsinnig witzig und in jedem Fall unglaublich unterhaltsam. Wer die Möglichkeit hat die Tourproduktion zu sehen, sollte die Chance die 10b an der Goethe-Gesamtschule zu besuchen nicht verpassen.

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Weitere Informationen und Tickets für „Fack ju Göhte – das Musical“ auf Tour erhaltet ihr hier.*

Besuchte Vorstellung: 17. Februar 2023  in der Schwabenlandhalle Stuttgart.

Vielen Dank an ShowSlot für die freundliche Bereitstellung der Pressekarten für „Fack ju Göhte – das Musical“ auf Tour!

(Bildquelle (c) Nico Moser)

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