Besuchte Vorstellung: 18. Juni 2019 im Apollo Theater, Stuttgart

Erst vergangenen Monat kam Disney’s aufwendige Live Action-Verfilmung von „Aladdin“ in die Kinos. Derweil ist im März das Musical von Hamburg nach Stuttgart umgezogen.

Wir haben die Produktion dort besucht:

Im Stück geht es um den Straßenjungen Aladdin, der nach einer Begegnung auf Agrabahs Markt die Prinzessin Jasmin für sich gewinnen will. Dabei hilft ihm der Dschinni mit seinen magischen Fähigkeiten und drei Wünschen, die er Aladdin nach seiner Befreiung aus der Wunderlampe gewährt.

Die Musik stammt von Alan Menken, der für die Bühnenfassung noch weitere Titel komponiert hat, die die bekannten Lieder wie „In meiner Welt“ thematisch sinnvoll ergänzen und ihnen in nichts nachstehen. Die Band, unter der Leitung von Guido Löflad, spielt diese mit einem vollen Big Band-Klang, der bereits bei der Ouvertüre mitreißt.

Leon de Graaf verkörpert den charmanten Langfinger ‚Aladdin‘ und bringt den guten Kern seines Charakters authentisch zum Vorschein. Seine kräftige Stimme mit warmer Stimmfarbe rundet den Auftritt stimmig ab.

Auch Fabiana Denicolo als ‚Jasmin‘ bringt den taffen Charakter der Prinzessin glaubhaft auf die Bühne, jedoch klingt ihre Gesangsstimme im Laufe des Abends an einigen Stellen angestrengt bzw. gepresst.

Maximilian Mann leitet das Publikum als ‚Dschinni‘ durch die Show. Er verkörpert den Flaschengeist mit einer Energie, die nicht nachzulassen scheint. Seine zahlreichen Gags und Popkultur-Referenzen bringt er stets auf den Punkt und spätestens bei der aufwendigen Shownummer „So ‘nen Kumpel hattest du noch nie“ sieht man sein beeindruckendes Können als Triple Threat, der singen, tanzen und spielen kann.

Der Bösewicht ‚Jafar‘, Philipp Tobias Hägeli, strebt den Thron über Agrabah an, was Hägeli mit strenger Stimme und starker Bühnenpräsenz deutlich transportiert. Sein Gehilfe ‚Jago‘, gespielt von Eric Minsk, lockert die Szenen mit zahlreichen Gags auf, die aber aufgrund der Vorlage oftmals erzwungen wirken.

Rafael van der Maarel, Robin Cadet & Nicolas Boris Christahl stellen als Aladdin’s Freunde ‚Babkak‘, ‚Omar‘ & ‚Kassar‘ ein dynamisches Trio mit Unterhaltungswert dar.

Das Spiel in den kleineren Rollen wirkt teils hölzern und zu Beginn der Show tanzt das Ensemble leicht asynchron, bevor es als Einheit die aufwendigen Szenen zum Leben erweckt.

Die Inszenierung von Casey Nicholaw ist kurzweilig und unterhaltsam, wobei die Gagdichte zeitweise fast schon zu hoch ist. Highlights der Show sind immer wieder die aufwendigen Bühnenbilder von Bob Crowley, die mit dem Licht von Natasha Katz passend in Szene gesetzt werden. Die farbenfrohen, glitzernden Kostüme (Gregg Barnes) vervollständigen die orientalische Pracht. Auch sind die Tricks des Dschinnis erwähnenswert, da sie gekonnt umgesetzt werden – gerade mit dem fliegenden Teppich ist eine nahezu perfekte Illusion gelungen.

Insgesamt erwartet die Besucher bei „Aladdin“ eine energetische, unterhaltsame Show, die den Film weitestgehend stimmig auf die Bühne bringt und dem Spektakel, welches man bei dem Titel erwartet, gerecht wird.

Weitere Informationen und Tickets für „Aladdin“ in Stuttgart erhaltet ihr hier.

Vielen Dank an Stage Entertainment für die freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Stage Entertainment)

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