Auch 2023 ist „Hair“, das amerikanische Rock-Musical aus Zeiten der Hippie-Ära, noch aktuell wie die Produktion des Salzburger Landestheaters am Deutschen Theater München deutlich zeigt – wir waren bei der Premiere und berichten euch in unserer Kritik:

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Das Musical „Hair”:

„Hair“ (Buch: Gerome Ragni und James Rado) erzählt von Claude, der auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist. Dabei trifft er auf eine Gruppe Hippies und schließt sich ihrem Tribe an. Die Gruppe steht für progressive Werte wie freie Liebe, gegen Rassismus und für Frieden ein. Doch Claude kann sich als Sohn bürgerlicher Eltern nicht dazu durchringen seinen Einberufungsbefehl auf einer Demo zu verbrennen und zieht schließlich in den verheißungsvollen Krieg…

Galt MacDermot hat 1967 erstmals Rock-Songs für ein Musical komponiert, die sämtliche, gesellschaftlich relevante Problematiken thematisieren und das Lebensgefühl der Hippie-Bewegung transportieren. So wirkt das Stück zeitweise wie ein Rock-Konzert und reißt das Publikum mit. Dafür sorgt nicht zuletzt die Band unter der Leitung von Michael Lieb und deren voller Klang.

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Die Besetzung der Premiere:

Daniel Eckert ist als Claude zu Beginn ein zurückhaltender Beobachter des Tribes, bevor er selbst darin aufgeht. Er lehnt sich zunehmend gegen seine Eltern auf und kann sich dennoch nicht gänzlich frei entfalten. Diese innere Zerrissenheit und Emotionen bringt Eckert stimmstark zum Ausdruck.

Dennis Riffel wirkt als Berger dagegen gänzlich unbekümmert. Er liebt das Leben in der Kommune und genießt einen Trip nach dem nächsten. Doch auch den Draufgänger beschäftigen Sorgen, die Riffel durchscheinen lässt.

Julia-Elena Heinrich vereint die beiden als mystische Sheila in einer polygamen Beziehung, sehnt sich gleichzeitig aber nach einem bürgerlichen Leben.

Weiterhin sind Judith Lefeber als Dionne mit voller Soul-Stimme, Aaron Röll als überdrehter WoofSavio Byrczak als Geflüchteter Hud und Sophia Gorgi als ebenso ausdrucksstarke Jeannie Teil des Tribes. Das ganze Ensemble überzeugt mit sichtlicher, überdrehter Spielfreude und beweist viel Stamina in Stephen Martin Allans energetischen Choreografien.

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Die Show im Deutschen Theater München:

Die Inszenierung von Andreas Gergen zeigt wie aktuell „Hair“ auch heute noch ist. Mit eindeutigen Referenzen zu Fridays for Future-Demonstrationen, Schicksalen von Geflüchteten und dem russischen Angriffskrieg macht die Produktion diese Relevanz eindrucksvoll deutlich. Das funktioniert im Zusammenspiel mit den gesellschaftskritischen Songs gut, während die neuen Szenen rund um Claude als YouTuber im ersten Akt teils etwas gezwungen wirken und die zeitliche Einordnung der Handlung (ob 1968 oder 2023) nicht ganz deutlich ist. Der Look der Produktion ist mit einer leuchtenden LOVE-Installation auf der Bühne (Stefanie Seitz) und bunten Kostümen von Aleksandra Kica, die an Influencer-Outfits beim Coachella-Festival erinnern, in jedem Fall sehr instagramable.

Das Rock-Musical „Hair“ beweist am Deutschen Theater München wie relevant die Themen der Hippie-Bewegung heute noch sind und transportiert das mitreißende Lebensgefühl der Ära durch ein energetisches Ensemble.

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Weitere Informationen zu „Hair“, dem Musical im Deutschen Theater München, erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: 16.07.2023 (Premiere) im Deutschen Theater München.

Vielen Dank an das Deutsche Theater München für die freundliche Bereitstellung der Pressekarten für die „Hair“-Kritik!

(Bildquelle (c) Tobias Witzgall)

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