Bereits im Jahr 2013 gelang es Walt Disney Pictures mit ihrem Animationsfilm „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ die Herzen der Zuschauer zum Schmelzen zu bringen und damit sämtliche Einnahmerekorde zu brechen. Die Begeisterung für die beiden Schwestern Elsa und Anna ist danach nicht eingefroren, sondern hielt sich über Jahre hinweg, sodass im Jahr 2017 „Frozen – The Musical“ uraufgeführt wurde. Nun ist das erfolgreiche Musical erstmals Deutschland zu sehen.

Wir waren bei der Premiere im Stage Theater an der Elbe dabei und berichten euch:

Das Disney-Musical „Die Eiskönigin”:

Die aus dem Film bekannte Geschichte von Jennifer Lee, die sowohl das Drehbuch zum Film als auch das Buch zum Musical geschrieben hat, orientiert sich vage an Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“. Es geht um die beiden grundverschiedenen Schwestern Anna und Elsa, deren Beziehung zueinander durch die Herausforderung von Elsas Kräften erkaltet wirkt. Elsa hat von Geburt an besondere Fähigkeiten, mit denen sie Schnee, Eis und Frost erzeugen kann. Da sie diese nicht kontrollieren kann und Angst hat, ihre Schwester damit zu verletzen, zieht sich in das Schloss zurück. Anna, die keine Erinnerung an Elsas Fähigkeiten hat, versteht die kühle Art ihrer Schwester nicht. Sie selbst ist sehr lebhaft, aufgeschlossen sowie gutgläubig und verlobt sich darum am Tag der Krönung ihrer Schwester mit einem Gast, dem gutaussehenden Prinzen Hans. Als Elsa der Verlobung ihren Segen verweigert, eskaliert die Situation und sie verwandelt ganz Arendelle versehentlich in eine ewige Winterlandschaft. Anschließend flüchtet sie auf den Nordberg, wo sich Anna mit der Unterstützung des gutmütigen Eislieferanten Kristoff, seinem Rentier Sven und dem lustigen Schneemann Olaf auf die Suche nach ihr macht.

Die Geschichte ist unter der Regie von Michael Grandage gekonnt auf die Bühne gebracht worden. Dabei weicht die Musical-Produktion inhaltlich kaum vom Film ab, wird aber durch zwölf neue Lieder aus der Feder des Ehepaars Kristen Anderson-Lopez & Robert Lopez passend angereichert. Dadurch entsteht ein ausgewogener Mix, der das Publikum direkt in die Welt von Arendelle eintauchen lässt. Die Musik wird von einem mitreißenden Orchester unter der musikalischen Leitung von Aday Rodriguez Toledo gespielt. Partiell gingen  durch die Stärke des Orchesters die Stimmen etwas unter, obwohl dieses im Vergleich zur Broadway-Produktion merklich verkleinert wurde.

Die Besetzung der Premiere:

Sabrina Weckerlin wirkt mit ihrer Rolle ‚Elsa‘ wie verschmolzen und überzeugt sowohl stimmlich als auch schauspielerisch auf höchstem Niveau. Nicht die Kälte, sondern ihr Gesang sorgt beim Publikum für pure Gänsehaut. Sie setzt ihre klare und einzigartige Stimme bewusst ein, um Höhepunkte in den Liedern zu setzen und lässt dabei die Zuschauer vor Begeisterung erstarren. Als ein besonderes emotionales und gesangliches Highlight von ihr ist in jedem Fall der beliebte Song „Ich lass los“ zu nennen, aber auch das neue Lied „Monster“.

Ebenso überzeugend spielt Celena Pieper die Rolle der ‚Anna‘. Ihre fröhliche, lebensfrohe und liebevolle Art verkörpert sie mit Witz und Charakter, sodass man Freude hat ihr zuzuschauen. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme verzaubert sie das Publikum direkt bei „Zum ersten Mal seit Ewigkeiten“.

Bei ihrer Suche nach Elsa erhält Anna die Hilfe vom liebenswerten ‚Kristoff‘, gespielt von Benet Monteiro. Besonders die Gespräche mit seinem Freund dem Rentier Sven, der akrobatisch beeindruckend von Antoine D. Banks-Sullivan verkörpert wird, werden sehr filmgetreu umgesetzt.

Durch Elindo Avastia hinter ‚Olaf‘ bemerkt man direkt die liebe, kindliche und lustige Art des beliebten Schneemanns, sodass er einen wie im Film berührt und vor allem zum Lachen bringt.

Die mehrschichte Rolle des ‚Prinzen Hans‘ wird von Milan van Waardenburg glaubhaft dargestellt. Er führt einen gekonnt mit seiner charmanten Art und seinem authentischen Gesang auf´s Glatteis, könnte allerdings die überraschende Wendung am Ende schauspielerisch noch etwas mehr ausspielen.

Auch die anderen Rollen wie u.a. die vermenschlichten Trolle Bulda (Kimberly Thompson) & Pabbie (David Negletto), Eric Minsk als ‚Pitzbühl‘, talentierten Kinderdarstellern als junge Anna und Elsa sind hervorragend besetzt.

Neben einer durchweg treffenden Besetzung darf sich das Publikum auf sehr anschauliche und durchdachte Choreografien von Rob Ashford freuen. Diese werden vom Ensemble hervorragend umgesetzt.

Die Show in Hamburg:

Die Special Effects von Jeremy Chernick lassen einen immer wieder staunen, was auf einer Bühne alles möglich ist – wenn es beispielsweise durch Magie anfängt zu schneien oder die Bühne plötzlich komplett vereist wirkt. Insgesamt wird eine sehr vielseitige Kulisse geboten: Während eine Szene in einer Schneelandschaft spielt, kommt für die nächste der Sommer wieder und im Anschluss entsteht aus dem Nichts ein Eispalast auf der Bühne. Dadurch bietet das Musical nicht nur gute Unterhaltung für die Ohren, sondern auch für die Augen. Dies ist ebenfalls dem detaillierten Szenen- und filmorientiertem Kostümdesign von Christopher Oram zuzuschreiben. Hierbei beeindruckt die Musicalproduktion besonders damit, wie zügige, unauffällige und dadurch imposante Kostümwechsel auf der Bühne möglich sind. Eine weitere Besonderheit des Musicals ist die gekonnte Arbeit mit hochwertigen Puppen wie das Rentier Sven oder der Schneemann Olaf (designt von Michael Curry), denen durch talentierte Puppeteers glaubhaft Leben eingehaucht wird.

„Die Eiskönigin“ verzaubert als Musical somit wie bereits die Filmvorlage jede Altersklasse mit einem sensationellen Cast, unvergesslichen Liedern, einem spektakulären Bühnenbild, atemberaubenden Special Effects und einer herzerwärmenden Geschichte über die unvergleichliche Bedeutung von Geschwisterliebe.

Mehr Informationen:

Weitere Informationen und Tickets zu Disneys „Die Eiskönigin – das Musical“ in Hamburg erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: 8. November 2021 (Premiere) im Theater an der Elbe.

Vielen Dank an Stage Entertainment für die freundliche Einladung zur Deutschlandpremiere von Disneys „Die Eiskönigin“!

(Bildquelle (c) Morris Mac Matzen)

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