Rezensierte Vorstellung: 17. März 2015 im „Deutschen Theater“ in München

Zu Beginn der “Rocky Horror Show“ erzählt der Erzähler Martin Semmelrogge Boring!, dass Brad & Janet eine Nacht erlebten, die sie so schnell nicht vergessen würden – ob das so auch für den Zuschauer stimmt könnt ihr in unserer Kritik lesen:

Die Handlung ist simpel: Das spießige Pärchen Brad & Janet möchte ihren Freund Dr. Scott Who?  besuchen, doch haben auf der Fahrt eine Autopanne und suchen ein Schloss auf, um von dort aus zu telefonieren. Doch statt einem Telefon entdecken sie dort ungewöhnliche Menschen und innere Abgründe. Erzählt wird die Geschichte mit vielen schnellen und unterhaltsamen Liedern.

Frank ‘n‘ Furter (gespielt von Charles Brunton) ist der transsexuelle Hausherr, welcher sein Wohl über das aller anderer stellt – und das kann nicht ohne Konsequenzen bleiben! Charles Brunton singt seine lauten Nummern wie „Sweet Transvestite“ so energiereich wie „Going home“ gefühlvoll ist – sehr!

Brad (gespielt von David Ribi) & Janet (gespielt von Harriet Bunton) spielen die Wandlung vom Spießer-Pärchen aus der zaghaften Liebeserklärung „Dammit, Janet!“ bishin zu den Sklaven ihrer eigenen Lust in „Rose tint my world“ überzeugend und sehr unterhaltsam.

Die Geschwister Riff Raff (gespielt von Stuart Matthew Price) & Magenta (gespielt von Maria Franzén) sind unheimliche Diener im Schloss. Starke Momente der beiden sind neben dem „Time Warp“ für Magenta „Science Fiction / Double Feature“ und für Riff Raff sein Part in „Over at the Frankenstein Place“, welche auch die Mystik der beiden ausmachen – dennoch sind sie auch oft sehr unterhaltsam!

Columbia (gespielt von Jana Stelley) ist ein „over the top“-Charakter – und das nicht nur wegen der schrillen Stimme (keines Wegs negativ gemeint), sondern auch wie sie nach dem Tod von Eddie Shhh!  trauert/kreischt, welcher in der Show nur einen kurzen Auftritt mit „Hot Patootie“ hat – der dafür umso mehr rockt! Auch als betrunkene „Liebesberaterin“ macht sie eine gute, aber auch schwankende Figur.

Auch Rocky (gespielt von Vincent Gray) macht eine gute Figur.

Dr. Scott Who? (gespielt von Paul Knights, ebenfalls Eddie Shhh!) ist ein Wissenschaftler, der durch Zufall auch in das Schloss kommt und nicht ganz ernst zu nehmen ist. Er hat zwar keine großen Gesangsparts, aber durch das gebrochene Englisch in Kombination mit deutschen Wörter (meine Wheels) bleibt er auch positiv im Gedächtnis.

Stimmlich sind alle Darsteller auf höchstem Niveau!

Martin Semmelrogge macht seinen Job als spontaner Erzähler Boring! gut, welcher seine wenigen Sätze mit spontanen Äußerungen ausstaffiert. Auf einen einzelnen „Boring“-Ausruf einer Frau mit den Worten „Sagt dein Mann doch auch immer“ kontert.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Show ist natürlich auch das Publikum. Diese können neben bestimmten Einsätzen dazwischenrufen oder mit den Inhalten des Fanbags an bestimmten Stellen durch den Saal schmeißen – und das macht die „Rocky Horror Show“ ein besonderes Erlebnis!

Die „Rocky Horror Show“ ist und bleibt Kult! Durch die exzellente Besetzung, Band und einem gut gelaunten Publikum steht einem lustigen Abend nichts mehr im Wege!

Die Tour ist noch im vollen Gange und kehrt im August auch nochmal nach München zurück – Tickets gibt es hier!

Falls ihr noch mehr zur „Rocky Horror Show“ wissen wollt findet ihr hier unser Interview mit der Erstbesetzung des „Frank ‘n‘ Furter“ Rob Fowler und einige Szenen gibt es hier:

Habt ihr die „Rocky Horror Show“ schon gesehen? – Schreibt eure Meinung über die Show in die Kommentare!

(Bilquelle (c) Jens Hauer)

 

Teile das mit deinen Freunden via: