[Kritik] – Rocky Horror Show

Besuchte Vorstellung: 21. Februar 2018 (Premiere) im Deutschen Theater, München

Seit der Uraufführung der „Rocky Horror Show“ 1973 hat sich die Show zu Kult entwickelt!
Auch die Tour-Produktion von BB Promotion erfreut sich großer Beliebtheit und so ist sie 2017/2018 wieder unterwegs.

Wir haben sie erneut besucht und verraten euch, wie der Abend war:

Im Stück geht es um das frisch verlobte Paar Brad Majors und Janet Weiss, das ihren alten Dozenten Dr. Scott besuchen will. In einem Sturm hat ihr Auto jedoch eine Panne, weshalb sie ein einsames Anwesen aufsuchen, wo sie – statt des erhofften Telefons – einige schräge Gestalten antreffen…

Zur „Rocky Horror Show“ gehören neben der Geschichte auch einige rockige Songs (Musik: Richard O’Brien & Arrangements: Ludwig Coss und Martin Böhm) wie den „Time Warp“ oder „Hot Pattotie“. Die siebenköpfige Band unter Leitung von Jeff Frohner sorgt gemeinsam für diesen rockigen Klang, welcher bereits nach der Fanfare vom Publikum mit Jubel gefeiert wird. Auch in ihren Soli können die Musiker mit ihrem Können überzeugen.

‚Dr. Frank ‘n’ Furter‘ ist der exzentrische Hausherr und ein Wissenschaftler, der den perfekten Menschen als sein Lustobjekt erschaffen will. Gary Tushaw spielt den Transvestiten mit einer starken Ausstrahlung und die bekannten Songs wie „Sweet Transvestite“ meistert er problemlos.

Das Paar ‚Brad Majors‘ (Felix Mosse) und ‚Janet Weiss‘ (Sophie Isaacs) ist zu Beginn des Stückes sehr prüde, bevor sie sich in der Nacht ihrer Lust hingeben und andere Seiten entdecken. Die beiden spielen die Wandlung authentisch und unterhaltsam, wobei Mosse mit seiner Komik und Isaacs mit ihrer kräftigen Stimme besticht.

Stuart Matthew Price stellt als ‚Riff Raff‘ die rechte Hand Frank ‘n’ Furters dar. Er tritt dabei in die Fußstapfen des Schöpfers Richard O‘Brien‘s und spielt die Rolle dabei auf seine eigene amüsante Art. Auch schafft er es mit stimmlichen Höchstleistungen wie in „There‘s a light“ zu begeistern.

Als Schwester ‚Magenta‘ steht ihm Anna Lidmann zur Seite, die mit ihm in einer Einheit agiert und eine mystische Ausstrahlung zeigt, die gut zur Figur passt.

Die quirlige ‚Columbia‘ verkörpert Holly Atterton und sorgt in der Rolle durch Heulkrämpfe oder auch Alkohol für einige Lacher.

Auch ‚Rocky‘ (Ryan Goscinski) macht als Schöpfung des Wissenschaftlers eine gute Figur.

Daniel Flechter ist als Rocker ‚Eddie‘ sowie Forscher mit deutschem Akzent ‚Dr. Scott‘ zu sehen und spielt beide Rollen passend.

Als Erzähler steht Sky du Mont auf der Bühne, der die üblichen „Boring“-Rufe aus dem Publikum mit bissigen Kommentaren und Anspielungen auf seine Scheidung unterhaltsam kontert.

Auch das Ensemble singt mit kräftigen Stimmen und tanzt die schwungvollen Choreografien von Matthew Mohr fehlerfrei. Generell kann die ganze Cast mit ihrem komödiantischen Timing punkten.

Die Inszenierung von Sam Buntrock ist kurzweilig, detailreich und mit vielen gut platzierten Gags versehen, sodass man gerne zuschaut und es nie langweilig wird – auch das Publikum wird in alter „Rocky Horror“-Manier gut eingebunden. Im Vergleich zur letzten Tour wurden jedoch ein paar Kleinigkeiten verändert, die allesamt gut funktionieren. Die Bühne (David Farley) ist durch Tour-Bedingungen eher reduziert und funktional, aber wird mit kleineren Elementen und im Zusammenspiel mit stimmigen Licht (David Howe) passend verwandelt. Die extravaganten Kostüme (auch David Farley) sowie das Make-Up (Vanessa White) sind gut auf die Kreaturen der Nacht abgestimmt.

Insgesamt erwartet die Besucher der „Rocky Horror Show“ eine fantastische Cast und insgesamt ein unterhaltsamer Abend, der durch die gute Stimmung im Publikum noch mehr Spaß macht.

Weitere Informationen und Tickets für die „Rocky Horror Show“ in München und auf Tour erhaltet ihr hier.

Vielen Dank an das Deutsche Theater für die Einladung und die freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Jens Hauer)

Christoph ist 21 Jahre alt und hat musicalzone.de 2015 ins Leben gerufen, um seine Begeisterung für Musicals mit Gleichgesinnten zu teilen. Seitdem ist er oft im Theater anzutreffen, wenn er nicht gerade studiert oder arbeitet.

Teile das mit deinen Freunden via:

3 Kommentare

  1. Hi.
    Holly Atterton spielt die Rolle “Columbia” und nicht “Magenta” 😉

Schreibe einen Kommentar

© 2018 Musicalzone

Theme von Anders NorénHoch ↑

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.