Zwei Jahre nach der geplanten Welturaufführung ist das Spotlight Musical „Robin Hood“ von Chris de Burghs und Dennis Martin schließlich im Schlosstheater Fulda zu sehen. Wir haben die Produktion besucht und berichten euch:

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Das Musical „Robin Hood“:

Robin von Locksley, der Sohn des Earl of Huntington, zieht am Tag seiner Hochzeit mit Marian in den Krieg für König Richard und seinem Kreuzzug. Traumatisiert und überraschend kommt er aus diesem zurück. Seine Rivalität zum Guy of Gisbourne und die Ungerechtigkeit & Willkür der englischen Regierung wachsen, insbesondere als König John die Thronfolge übernimmt. Nachdem Robin der Tyrannei trotzt, wird er von Gisbourne im Dienste des Königs zu Tode verurteilt. Jedoch wird er unter anderem von Will Scarlett befreit und stößt im Sherwood Forest auf eine Gruppe von Geächteten. Er überzeugt diese zusammen mit Marian für Gerechtigkeit und gegen die Schreckensherrschaft von Prinz John zu kämpfen. Währenddessen setzen dieser und Gisbourne alles daran, Robin zu fassen.

Die Geschichte an der unter anderem Dennis Martin und der irische Sänger Chris de Burgh selbst mitgewirkt haben, wird von abwechslungsreicher Musik der beiden passend begleitet. Die dabei erzählte Handlung um den legendären Robin Hood liefert den ein oder anderen modernen Twist und es macht Spaß ihr zu folgen. Allerdings lässt sie einige Handlungsstränge offen und wirkt an manchen Stellen dramaturgisch unrund. Chris de Burgh hat acht Lieder für das Musical komponiert. Dabei können sich Fans des Sängers unter anderem auf die bekannte Klänge von „Don´t pay the ferryman“ als sich wiederholende Ensemble-Nummer freuen. Die Musik passt sich der Geschichte an, die zwar von der damaligen Zeit geprägt, doch auch noch heute relevant ist. Dementsprechend finden sich darin sowohl moderne, rockige Klänge, als auch traditionelle Folklore, ebenso wie emotionale Balladen. Während der instrumentale Anteil als Playback gespielt wird, werden die Lieder von einem großartigen Cast auf der Bühne interpretiert.

Die Besetzung der Show:

Die männliche namensgebende Hauptrolle wird von Mark Seibert gespielt. Es gelingt ihm dabei mehrere Facetten sowohl stimmlich als auch schauspielerisch zu zeigen. Er verkörpert sowohl Robins unsichere, vom Krieg gezeichnete Seite, als auch seine gerechtigkeitssuchende, heroische Entschlossenheit. Auf diese Weise wird die Charakterentwicklung, die Robin im Laufe des Stücks durchmacht, hervorragend deutlich. Die anfangs überhebliche Art, die anschließende innere Zerrissenheit, die Emotionen Marian gegenüber bis hin zum Selbstbewusstsein als Anführer kommen absolut authentisch rüber. Dabei berührt Seibert besonders gesanglich immer wieder, vor allem in den Duetten mit seiner Frau Marian wie beispielsweise in „Ich weiß nicht, wer du bist“.

‚Marian‘, die Tochter des ‚Sheriffs von Nottingham‘ (Thomas Christ), wird von Marle Martens dargestellt. In der Produktion kommt Marian eine stärkere und größere Rolle zu als üblich. Sie ist eine selbstbewusste, entschlossene und willensstarke Persönlichkeit, die nicht hinter Robin verschwindet, sondern ihm gleichwertig zur Seite steht. Beim ersten gesanglichen Auftritt noch etwas leise, entwickelt Martens Marian zu einer starken Frauenfigur absolut überzeugend und emotional berührend. Auf natürliche Weise spielt sie Marian natürlich, vornehm, damenhaft und zugleich beeindruckend stark. Ihre klare Stimme bewegt und variiert passend zur Handlung.

Thomas Hohler steht Robin als sein Rivale ‚Guy von Gisbourne‘ gegenüber. Gisbourne unterliegt Robin in jeder Hinsicht, wodurch sich bei ihm ein stark ausgeprägter Rivalitätsgedanke entwickelt hat. Hohler spielt diesen immer ansteigenden Zorn und Hass gegenüber Robin glaubwürdig und gesanglich stark. Abgesehen von einem stimmlich weniger geglücktem Moment ist es ein musikalischer Genuss ihm besonders in Duetten mit Seibert wie „Der Weg, der mir gebührt“ zuzuhören.

Den skrupellosen ‚King John‘ spielt Christian Schöne. Er verkörpert die beängstigende Barmherziglosigkeit, gleichwohl wie seine verspielte, ironische Art in absoluter Perfektion. Voller darstellerischer Energie und stimmlichem Talent macht Christian Schöne in seiner Rolle Eindruck. Er bringt zum Schmunzeln und verängstigt zugleich.

Gegen die Ungerechtigkeit von ‚Prinz John‘ kämpfen mit Robin und Marian unter anderem ‚Will Scarlett‘ ausdrucksstark gespielt von Dennis Henschel, ‚John Little‘ stimmstark verkörpert von Reinhard Brussmann und André Haedicke in der humorvollen Rolle von ‚Bruder Tuck‘.

Auch die ‚Äbtissin von Kirklees‘, dargestellt von Melanie Gebhard, spielt eine tragende Nebenrolle in dem Stück und zeigt eine gute Stimme.

Das Ensemble singt und tanzt ebenso voller Energie und Begeisterung, die ansteckt. Dies gelingt ihnen im Einklang und absolut synchron. Ebenfalls werden aber auch einzelne Nebencharaktere überzeugend dargestellt und situativ passend gespielt.

Die Inszenierung in Fulda:

Die unter der Regie von Matthias Davids inszenierte Produktion wirkt kraftvoll und rasant. Manche Szenenenden und Übergänge kommen dabei allerdings etwas abrubt rüber. Das Musical ist zudem geprägt von ausdrucksstarken und kraftvollen Choreographien (Kim Duddy, Eleonora Talamini). In diesen werden immer wieder symbolische Handbewegungen und Gestiken verwendet und aufgegriffen. Zusätzlich werden mithilfe der choreographischen Darstellung auch grausame Momente der Handlung einfach und doch bedrückend ausgedrückt.

Ebenso wie die Musik und Geschichte verbinden die Kostüme (Conny Lüders) traditionelle und moderne Elemente. Zum Teil wirkt dieses Zusammenspiel gelungen, zum Teil bleibt es jedoch auch Geschmackssache. Besonders Marian hebt sich durch ein verhältnismäßig modernes Outfit von den anderen Rollen kostümtechnisch ab.
Das Bühnenbild (Hans Kudlich) arbeitet mit sich verschiebenden Wänden und sich ändernden Videoprojektionen. Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei auf einem bespielbaren Podest in Bühnenmitte, welches sich waagerecht aufrichten lässt. Das Bühnenbild ist dadurch sehr variabel und wird vom Ensemble gekonnt genutzt und einbezogen. Trotzdem wirkt es zeitweise ziemlich spartanisch. Der Sound (Thomas Strebel) agiert passend zum Stück. Bei einigen wenigen Stellen übertönt der Orchester-Sound jedoch in seiner Lautstärke die Darsteller, wodurch die Liedtexte etwas schwer zu verstehen sind.

„Robin Hood“ ist ein Stück, das in Fulda durch seine herausragende Besetzung brilliert. Nicht nur Chris de Burgh-Fans kommen bei der Musik auf ihre Kosten, durch die musikalische Vielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch wenn die Handlung und ihre Inszenierung an wenigen Stellen noch etwas ausbaufähig wären, sorgen sie für einen spannenden und unterhaltsamen Abend.

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Weitere Informationen und Tickets für das Musical „Robin Hood“ in Fulda erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: 8. Juni 2022 im Schlosstheater Fulda

Vielen Dank an Spotlight Musicals für die freundliche Bereitstellung der Pressekarten für das Musical „Robin Hood“ in Fulda!

(Bildquelle (c) Spotlight Musicals)

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