Rund 20 Jahre nach seiner Welturaufführung in Wien und nach zahlreichen erfolgreichen Produktionen rund um den Globus kehrt „Rebecca“ nun zurück nach Deutschland! Das Theater Dortmund verwandelt sich in der Spielzeit 2026/2027 in das sagenumwobene Anwesen Manderley und bringt die düstere Geschichte um Liebe, Geheimnisse und eine verhängnisvolle Vergangenheit auf die Bühne. Wir waren für euch bei der Premiere:

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Das Musical „Rebecca“

Im Mittelpunkt des Stücks steht eine junge Frau („Ich“), die den wohlhabenden Maxim de Winter heiratet und mit ihm auf sein imposantes Anwesen Manderley zieht. Dort angekommen, fühlt sie sich zunehmend unwohl: Die Erinnerung an Maxims verstorbene erste Ehefrau Rebecca ist allgegenwärtig. Besonders die Haushälterin Mrs. Danvers hält unbeirrt an ihrer ehemaligen Herrin fest und lässt die neue Mrs. de Winter spüren, dass sie in Manderley niemals Rebeccas Platz einnehmen kann. Während sich immer mehr Geheimnisse aus der Vergangenheit offenbaren, gerät das Leben der jungen Frau aus den Fugen. Das mysteriös anmutende Libretto stammt aus der Feder von Michael Kunze, der neben dem Buch auch die Liedtexte verfasste. Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Daphne du Maurier.

Musikalisch zeichnet sich der renommierte Musicalkomponist Sylvester Levay verantwortlich. Nach den Erfolgen von „Elisabeth“ und „Mozart!“ ist „Rebecca“ das dritte große Musical aus seiner Feder, das sich weltweit einer großen und treuen Fangemeinde erfreut. In der Tradition seiner vorgenannten Werke bewegt sich auch „Rebecca“ musikalisch zwischen opulenten Ensemblenummern und gefühlvollen, teils düster-melancholischen Balladen. Dabei gelingt Levay eine eindrucksvolle Verbindung aus romantischen Klängen, dramatischer Spannung und geheimnisvoller Atmosphäre, die nahezu filmisch wirkt. Besonders die Songs „Rebecca“ und „Ich hab geträumt von Manderley“ bleiben nachhaltig im Ohr. Die Partitur wird von den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Carlos Vázquez eindrucksvoll zum Klingen gebracht. Der satte Orchestersound trägt maßgeblich zur mystischen und zugleich bedrohlichen Atmosphäre des Abends bei.

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Die Besetzung der Vorstellung

Antonia Kalinowski gestaltet die „Ich“ mit beeindruckender Präsenz und stimmlicher Stärke. Besonders ihre Entwicklung im Verlauf des Stücks und die innere Zerrissenheit der Figur arbeitet sie überzeugend heraus. Dabei verleiht sie der Protagonistin eine große emotionale Tiefe und macht ihre zunehmende persönliche Veränderung jederzeit nachvollziehbar.

Mark Seibert, der vom Intendanten der Oper Dortmund noch vor der Vorstellung als gesundheitlich angeschlagen angekündigt wurde, liefert als Maxim de Winter dennoch eine starke Vorstellung ab. Gesanglich gewohnt souverän, überzeugt er vor allem durch sein intensives Schauspiel zwischen dem romantischen Aufbruch des Witwers und dem verzweifelten Opfer seiner eigenen Umstände.

Bettina Mönch sorgt als Mrs. Danvers für einen der eindrucksvollsten Auftritte des Abends und erhält dafür wohl den größten Applaus des Publikums. Stimmlich wie darstellerisch überragend, gelingt es ihr, die Bösartigkeit der Haushälterin ebenso glaubhaft zu vermitteln wie deren zunehmende Verletzlichkeit. Trotz ihrer eher jungen und zierlichen Erscheinung strahlt Mönch eine bemerkenswerte Autorität aus und verleiht Mrs. Danvers eine faszinierende, beinahe unheimliche Intensität.

Auch in den Nebenrollen zeigt sich die Besetzung ausgesprochen treffsicher: Amani Robinson bringt als Edith van Hopper immer wieder Leichtigkeit in die ansonsten düstere Geschichte. Als Jack Favell gibt David Jakobs den windigen Nebenbuhler mit spürbarer Spielfreude. Auch gesanglich setzt Jakobs überzeugende Akzente und macht Favell zu einer prägnanten Erscheinung.

Max Lochmüller hat als Ben nur wenige Auftritte, nutzt diese jedoch eindrucksvoll. Mit großer Zurückhaltung und einer bemerkenswerten Verletzlichkeit zeichnet er eine Figur, die sich ohne große Gesten ins Gedächtnis des Publikums einprägt.

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Die Show in Dortmund

Die große Bühne des Theaters Dortmund wird durch das Bühnenbild von Karl Fehringer und Judith Leikauf exzellent ausgefüllt. Es entstehen eindrucksvolle, großformatige Bilder, die der Inszenierung eine besondere Wirkung verleihen. Die Drehbühne eröffnet mit ihren wechselnden Perspektiven immer wieder neue Räume und Spielebenen – sowohl innerhalb als auch außerhalb von Manderley. So entstehen in fließenden Übergängen etwa der prächtige Ballsaal mit ikonischer Treppe und Ahnengalerie, das herrschaftliche Schlafzimmer Rebeccas oder die Bucht von Manderley.

Unterstützt wird die düstere Atmosphäre durch das Lichtdesign von Michael Grundner. Die zurückgenommene Farbgestaltung und der gezielte Einsatz von Licht und Schatten verleihen der Inszenierung eine geheimnisvolle, teilweise beklemmende Atmosphäre und passen damit hervorragend zur Stimmung des Stücks.

Das Kostümbild von Falk Bauer fängt eben diese Stimmung besonders gut ein. Dabei unterstreichen die Kostüme stets den gesellschaftlichen Stand der jeweiligen Figur. Besonders gelungen ist, dass sich auch die charakterliche Entwicklung der „Ich“ anhand ihrer Kostüme nachvollziehen lässt. Von der zunächst eher zurückhaltenden jungen Frau bis hin zu ihrer zunehmenden Selbstsicherheit verändert sich auch ihr äußeres Erscheinungsbild – und erzählt damit ganz nebenbei einen Teil ihrer persönlichen Entwicklung.

Die Inszenierung des Regisseurs Gil Mehmert überzeugt vor allem durch ihre atmosphärische Dichte und das Gespür für die düstere Seite der Geschichte. Mit viel Liebe zum Detail gelingt es ihm, die Spannung zwischen romantischer Liebesgeschichte und psychologischem Drama herauszuarbeiten. Dabei erinnert die Inszenierung an einen klassischen englischen Krimi: Mehmert versteht es, das Publikum immer wieder im Ungewissen zu lassen und die zahlreichen Geheimnisse rund um Manderley wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Die Choreographie von Yara Hassan kommt insbesondere in den großen Ensemblenummern zur Geltung. Präzise abgestimmte Bewegungen und dynamische Formationen verleihen den Szenen zusätzliche Energie und lassen die große Bühne immer wieder eindrucksvoll wirken.

Wie bereits in den vergangenen Jahren beweist das Theater Dortmund auch mit „Rebecca“ ein sicheres Gespür für die Auswahl seiner Musicalproduktionen: Eine stimmige Besetzung, eine atmosphärische Inszenierung und die gelungene Umsetzung auf der großen Bühne fügen sich zu einem rundum überzeugenden Gesamterlebnis zusammen. Die Reaktion des Premierenpublikums fällt entsprechend begeistert aus. Als zum Ende des Schlussapplauses auch Komponist Sylvester Levay und Autor Michael Kunze gemeinsam auf der Bühne stehen und sich in den Armen liegen, ist die Begeisterung des Abends förmlich greifbar.

Mit „Rebecca“ gelingt dem Theater Dortmund ein atmosphärisch dichtes Musicalerlebnis. Eine hervorragende Besetzung, starke Musik und eine detailreiche Inszenierung verbinden sich zu einem spannenden Abend, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Unbedingt ansehen!

Weitere Informationen und Tickets für „Rebecca“ erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: Premiere am 19. September 2026, Theater Dortmund

Vielen Dank an das Theater Dortmund für die freundliche Einladung zur Premiere von „Rebecca“.

Bildquelle: (c) Björn Hickmann

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