Seit mehr als 38 Jahren begeistert „Starlight Express“ in Bochum sein Publikum und hat mittlerweile über 19 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in seinen Bann gezogen. Dabei hat sich die Show über die Jahrzehnte immer wieder verändert – mal in kleinen Details, mal mit umfassenden Anpassungen. Nun präsentiert ATG Entertainment die nächste größere Veränderung seit dem umfassenden Makeover im Jahr 2018. Wir waren bei der ersten geänderten Show dabei und verraten euch, auf welche Neuerung ihr euch freuen könnt:
Seit einigen Wochen streuen die offiziellen Seiten von „Starlight Express“ in den sozialen Medien immer wieder Hinweise auf die bevorstehende Änderung. Seitdem überschlagen sich unter den Fans die Spekulationen: Kommt endlich das bereits lang angekündigte neue Album? Wird ein neuer Zug ins Rennen geschickt? Oder steht sogar eine größere Änderung bevor – ähnlich wie bei der jüngsten Londoner Version des Musicals, die erst vor Kurzem ihre Dernière feierte?
Spätestens mit der Veröffentlichung eines Bildes des Matterhorns, versehen mit dem Hinweis „Etwas Neues nähert sich …“, verdichteten sich die Anzeichen für einen neuen Schweizer Schnellzug. Weitere Posts lieferten zusätzliche Hinweise: So wurde in einem Beitrag die Audiospur der Szene „Einzug der Internationalen Züge“ mit Kuhglocken unterlegt. Ein weiterer Post stand unter dem Motto „Alpin. Stark. Schnell.“ Die Botschaft schien damit eindeutig: Die Spur führte in die Schweizer Alpen.
Als ATG Entertainment schließlich für den 3. September „The Big Reveal“ ankündigte und die Schweizer Sängerin Beatrice Egli als Special Guest bestätigt wurde, schien der „Zug“ endgültig abgefahren zu sein.
„The Big Reveal“
Bereits vor der Show mehren sich im Foyer die Stimmen, die gespannt über die angekündigte Überraschung spekulieren. Im Saal wird die Spannung schließlich förmlich greifbar: Das Matterhorn, das bereits in vielen Social-Media Posts zu sehen war wird auf die Bühne projiziert. Im nahezu ausverkauften Saal haben sich neben zahlreichen Mitgliedern des offiziellen Fanclubs auch einige prominente Gäste eingefunden: Sänger Ross Antony, die Sängerin Sarah Engels sowie die aus dem Fernsehen bekannte Ärztin Dr. Carola Holzner alias „Doc Caro“.
Dann betritt Beatrice Egli die Bühne und lässt bereits vor Beginn der Vorstellung die Katze aus dem Sack. Damit steht fest: Die Spekulationen der Fans waren tatsächlich richtig. Der Schweizer Zug Ticktack übernimmt ab sofort den Platz des russischen Zuges Turnov und rollt fortan über die Bochumer Bühne.
Aus für den Transsibieren-Express
Turnov gehört bereits seit der deutschen Uraufführung von „Starlight Express“ in Bochum zur Weltmeisterschaft der Züge – damals allerdings noch als Zug der Sowjetunion. Mit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine veränderte sich auch die Darstellung der kraftvoll und maskulin anmutenden Figur. ATG Entertainment und Texter Richard Stilgoe setzten dabei bewusst ein politisches Zeichen und passten kurzerhand eine Textzeile von Turnov an. Aus „Bahn frei für Mütterchen Russland. Putin Shootingstar! Gleise frei“ wurde „Bahn frei für Mütterchen Russland. Hashtag Oligarch! Gleise frei“. Damit wurde der zuvor direkte Bezug auf den russischen Präsidenten Putin entfernt und durch eine Anspielung auf die russische Oligarchen-Elite ersetzt. Auch visuell wurde auf die politische Situation reagiert: Turnov fuhr seitdem mit eingerollter russischer Flagge über die Rennstrecke.
Gleise frei für Ticktack
Der Schweizer Zug nimmt ab sofort Turnovs Platz im internationalen Zugrennen ein und bringt dabei einen ganz eigenen Charakter auf die Bühne. Kreativ entwickelt wurde die Rolle von Dame Arlene Phillips, der renommierten Choreografin des Musicals. Ticktack wird als elegant, selbstbewusst und zugleich gelassen beschrieben – Eigenschaften, die sich auch in seinem Auftreten auf den Gleisen des Bochumer Theaters widerspiegeln. Seine Bewegungen wirken kontrolliert und souverän, während er mit sichtbarer Ruhe in das Rennen der Züge einsteigt.
Für das markante Erscheinungsbild von Ticktack zeichnet der Bühnen- und Kostümbildner John Napier verantwortlich, der die Bochumer Produktion bereits seit ihren Anfängen begleitet. Bei der Gestaltung ließ er sich von einem der bekanntesten Schweizer Züge inspirieren: dem Panoramazug „Glacier Express“. Die Anlehnung zeigt sich insbesondere in der Farbgebung. Gold und Rot prägen das Kostüm und verleihen Ticktack eine auffällige, zugleich elegante Optik. Auch die Details greifen das alpine Vorbild auf. Auf den Schulterpolstern finden sich stilisierte Bergmotive, die an die Landschaft entlang der Strecke des Glacier Express erinnern. Komplettiert wird der Look durch ein Stirnband mit dem Schweizer Kreuz sowie einen goldenen, kinnlangen Haarschnitt.
Änderungen in der Show
Für Darsteller Tom Rowland bedeutet die Einführung von Ticktack einen Rollenwechsel mitten in der laufenden Spielzeit. Nachdem er zuvor den russischen Zug Turnov verkörperte, ist er künftig als Schweizer Zug auf der Bühne zu sehen. Für Rowland selbst halten sich die Veränderungen innerhalb der Show allerdings in Grenzen: Abgesehen von der neuen Rolle bleibt die Inszenierung ihrem bisherigen Konzept treu.
Auch in der Handlung fügt sich Ticktack nahtlos in die Weltmeisterschaft der Züge ein. Turnov trat beim ersten Rennen gemeinsam mit dem gefürchteten Bremswagen Caboose an – eine Partnerschaft, die für ihn im weiteren Verlauf des Rennens zum Verhängnis wurde. Turnov kann das Rennen nicht bis zum Ende bestreiten. Nun übernimmt Ticktack seinen Platz und startet ebenfalls gemeinsam mit Caboose in das erste Rennen. Doch diesmal kommt es anders: Der Schweizer Zug schafft es, die komplette Strecke zu bewältigen. Zwar geht Ticktack das Rennen eher in gemütlichem Tempo an, doch am Ende erreicht er unbeschadet das Ziel.
Die Änderung zeigt einmal mehr, dass „Starlight Express“ auch nach mehr als drei Jahrzehnten noch in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln und seine Geschichte immer wieder neu zu erzählen. Mit neuen Figuren und kleinen Veränderungen innerhalb der Inszenierung gelingt es ATG Entertainment, auch für langjährige Fans neue Anreize zu schaffen, einen Besuch in Bochum einzuplanen. Und ein Ende des Erfolgszugs ist vorerst nicht in Sicht: Der Vorverkauf für „Starlight Express“ ist bereits bis Ende 2027 geöffnet. Der Schweizer Zug Ticktack dürfte damit noch viele Runden auf der Bochumer Rennstrecke drehen.
Weitere Informationen und Tickets für „Starlight Express“ erhaltet ihr hier.*
Besuchte Vorstellung: 03. September 2026 in der Starlight-Halle Bochum
Vielen Dank an ATG Entertainment für die freundliche Einladung zur „The Big Reveal““-Vorstellung von „Starlight Express“.
Bildquelle (c) STARLIGHT-EXPRESS

Tim ist 29 Jahre alt und seit Anfang 2025 Mitglied des Musicalzone.de-Teams. Seit seinem ersten Musicalbesuch im Alter von acht Jahren bei „Starlight-Express“ sind Musicals nicht mehr aus seinem Leben wegzudenken. Nach seinem Bürojob besucht er in seiner Freizeit gerne das Theater und fachsimpelt im Anschluss mit anderen Fans. Daneben hat er eine Leidenschaft für Brettspiele und das Entdecken neuer Reiseziele – am besten solche, die sich mit einem Musicalbesuch verbinden lassen.




