Die Staatsoperette präsentiert den “Broadway in Dresden“ – unter diesem Motto wird diese Spielzeit das Musical „Pippin“ als große Show gezeigt. Wir haben die Produktion besucht und berichten euch:

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Das Musical „Pippin”:

“Pippin” erzählt mit dem Buch von Roger O. Hirson die Geschichte vom Sohn von Karl des Großen. Dieser sucht nach seinem Abschluss seinen Platz im Leben und probiert sich hierfür im Krieg, in der Liebe sowie Politik aus. Darin findet er jedoch keine Erfüllung…

Stephen Schwartz gibt dem Verlangen der Charaktere in gefühlvollen Pop-Balladen Raum. Die Show an sich ist gespickt mit großen Ensemble-Nummern und Jazz-Anklängen. Das 46-köpfige Orchester unter der Leitung von Peter Christian Feigel sorgt den ganzen Abend lang für einen opulenten Klang, der sich bereits beim Einstimmen andeutet. Gekonnt abgemischt ist es ein wahrer Hörgenuss, der aber auch zeitweise die Textverständlichkeit beeinträchtigt.

Die Besetzung an der Staatsoperette:

Gero Wendorff spielt den Königssohn ‚Pippin‘. Dieser probiert voller Tatendrang, aber auch jugendlichem Leichtsinn, Neues aus und verzweifelt jähzornig darüber. Er macht seine Ambitionen direkt deutlich und besticht stets mit seiner kräftigen Stimme.

Marcus Günzel wirkt als sein Vater ‚Karl‘ dagegen wie ein ignoranter König. In dieser Rolle pointiert Günzel gekonnt zynisch, lässt aber auch so manche ernstzunehmende Erfahrung durchblicken.

Sascha Luder ist als ‚Ludwig‘ Karls zweiter Sohn, der nur stumpfe Gewalt kennt. Dennoch sieht Stiefmutter ‚Fastrada‘ in ihm den Thronfolger, den Silke Richter in dieser Rolle hinterlistig fördert.

Bettina Weichert lebt als Grußmutter ‚Bertha‘ wegen eben dieser Stiefmutter im Exil. In ihrem einzigen Solo ermahnt sie Pippin mit warmer Fürsorge das Leben stets zu genießen – und so auch das Publikum, dessen Gunst sie direkt gewinnt.

Sybille Lambrich zeigt Pippin als verwitwete ‚Katharina‘ das alltägliche Leben und instruiert ihn bestimmt auf der Farm mitzuhelfen. Doch im Alltag muss sie auch seine Launen aushalten unter denen sie stimmstark leidet.

Das Ensemble begleitet Pippin auf seiner Selbstfindungsreise und schlüpft dabei in verschiedenste Rollen. So entstehen große Szenen mit gewaltigem Chor sowie turbulente Shownummern mit Vaudeville-Elementen.

Kerry Jean leitet als Prinzipalin die Gruppe von Spielern mit strenger Hand an. Dem Publikum gegenüber ist sie jedoch eine charmante Gastgeberin, die mit ihrer Ausstrahlung und starken Belt begeistert.

Die Neuinszenierung:

Simon Eichenberger präsentiert dem Publikum eine große Show und verantwortet wie 1972 Bob Fosse Regie sowie Choreografie hierfür. So wechselt das Stück nahtlos von nachdenklichen Szenen zu guter Unterhaltung, die Anleihen von früheren Inszenierungen beinhaltet. Ohne direkte Einleitung des Stücks im Stück sorgt das Durchbrechen der vierten Wand jedoch zunächst für Irritationen.

Auf der Bühne (Charles Quiggin) bildet ein Thronsaal über zwei Ebenen den imposanten Rahmen für die Erzählung. Das Licht von Michael Grundner setzt diesen immer wieder stimmungsvoll in Szene. Die Kostüme von Aleš Valášek sind derweil an sich vielfältig. Von zeitgemäßer Uniform und glitzernder Königsrobe über verführerische Dessous gibt es bis zu abstrakten Zirkuskostümen viel zu sehen.

„Pippin“ nimmt das Publikum mit auf eine inspirierende Selbstfindungsreise, die es lebensbejahend zurücklässt. Hierbei sind Cast, Orchester und Inszenierung auf einem hohen Niveau, die den Ambitionen des Titelcharakters gerecht werden.

Weitere Informationen und Tickets für das Musical „Pippin“ an der Staatsoperette Dresden erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: 29. Januar 2023  in der Staatsoperette Dresden.

Vielen Dank an die Staatsoperette Dresden für die freundliche Bereitstellung der Pressekarte für „Pippin“!

(Bildquelle (c) Pawel Sosnowski)

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