Eine Frau, die Geschichte schreibt – in einer Welt, die Frauen keinen Platz an der Macht zugesteht. Mit „Die Päpstin – Das Musical“ bringen Limelight Live Entertainment GmbH und spotlight musicals ein vom Weltbestseller von Donna W. Cross inspiriertes Stück über Mut, Liebe und den Kampf um Selbstbestimmung auf die Bühne. Wir berichten für euch von der Premiere:

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„Die Päpstin – Das Musical“

Inhaltlich im 9. Jahrhundert angesiedelt, greift das Musical den literarischen Stoff rund um die Legende der Päpstin Johanna auf. Im Mittelpunkt steht eine mutige Frau, die sich als Mann verkleidet, um in einer von Männern dominierten Welt ihren eigenen Weg zu gehen. Getrieben von Wissenshunger und dem Wunsch nach Selbstbestimmung, schafft sie es, sich in einer Welt zu behaupten, die Frauen Bildung und Einfluss weitgehend verwehrt. Unter falscher Identität steigt sie schließlich in die höchsten Kreise der Kirche auf. Doch je größer ihr Einfluss wird, desto gefährlicher wird das Geheimnis, das sie verbirgt.

Das Buch von Dennis Martin und Christoph Jilo – in Überarbeitung von Kevin Schroeder – bleibt der Romanvorlage im Wesentlichen treu. Die komplexe Handlung wird für die Bühnenadaption gelungen auf die wesentlichen Ereignisse reduziert, ohne dabei den roten Faden von Johannas außergewöhnlichem Lebensweg zu verlieren.

Komponist Dennis Martin schafft mit seiner Musik eine epische und der Storyline angepasste Klangwelt, die das Publikum gelungen in die Story eintauchen lässt. Neben mystisch anmutenden sakralen Klangelemente liegt der Fokus auf kraftvollen Balladen, die den Gesang der Darstellerinnen und Darsteller wirkungsvoll unterstreichen. Dabei erinnert der Sound stellenweise an Filmmusik. Besonders hervorzuheben ist, wie stimmig die einzelnen Songs aufeinander abgestimmt sind und sich zu einem harmonischen Gesamtklang verbinden. Im Gedächtnis bleiben vor allem Songs wie „Wehrlos“ und „So viel mehr“.

Fabian Kampa und Maximilian Becker gelingt dabei ein stimmiges Sounddesign, das die Musik wirkungsvoll zur Geltung bringt. Obwohl die Musik nicht live von einem Orchester gespielt wird, entsteht ein satter Klang, der die Atmosphäre des Musicals gekonnt unterstreicht. Zurecht wurden Kampa und Becker für ihr Tondesign der Neuinszenierung von „Die Päpstin – Das Musical“ im Jahr 2024 mit dem Deutschen Musical Theater Preis in der Kategorie „Bestes Tondesign“ ausgezeichnet.

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Die Besetzung der Premiere

Vorweg lässt sich festhalten, dass das gesamte Ensemble bis in die kleineren Rollen hervorragend gesanglich besetzt ist. Die durchweg hohe stimmliche Qualität der Produktion bleibt nachhaltig im Gedächtnis und zeugt von einem treffsicheren Casting.

Die Titelrolle der Johanna teilen sich in dieser Produktion die bekannte „No-Angels“-Sängerin Sandy Mölling und alternierend Verena Mackenberg. Am Premierenabend steht Sandy Mölling auf der Bühne, die bereits in früheren Produktionen in die Rolle der Päpstin geschlüpft ist. Stimmlich überzeugt sie vor allem im zweiten Akt mit einem klaren Sopran, während sie in tieferen Lagen mit kraftvollem Belting und einer ausdrucksstarken Bruststimme Akzente setzt. Auch schauspielerisch ist ihr die Erfahrung mit der Rolle anzumerken: Mit Sicherheit und Präsenz verkörpert sie die mutige Johanna und lässt das Publikum an deren inneren Konflikten und Gefühlen teilhaben.

Dennis Henschel harmoniert als Markgraf Gerold ausgezeichnet mit Mölling. Gesanglich überzeugt er auf ganzer Linie und auch schauspielerisch nimmt man ihm die Rolle mühelos ab. Lediglich die Entwicklung der Beziehung vom Ziehvater zum Geliebten hätte eine deutlichere dramaturgische Zuspitzung vertragen können, um den emotionalen Wandel zwischen den beiden Figuren – auch abseits des Songs „Wehrlos“ – nachvollziehbarer herauszuarbeiten.

Den hinterlistigen Antagonisten Anastasius verkörpert Thomas Hohler, der sowohl gesanglich als auch schauspielerisch brilliert. Mit seiner ausdrucksstarken Darstellung verleiht er der Figur die nötige Verschlagenheit und Präsenz, um als Gegenspieler Johannas überzeugend zu bestehen. Gleiches gilt für Anke Fiedler, die als Marioza im Hintergrund die Fäden zieht und mit ihrem Solo „Die Cäsarin von Rom“  überzeugt.

Für Gänsehautmomente sorgt André Bauers warme, gefühlvolle Stimme in der Rolle des Rabanus. Für seine gesangliche Darbietung erntet er vom Premierenpublikum zurecht großen Szenenapplaus.

In den Nebenrollen als Johannas Vater und später als Papst Sergius bleibt Rudi Reschke vor allem durch seine Wandlungsfähigkeit in Erinnerung. Die beiden Figuren könnten kaum gegensätzlicher sein: Während er als Vater durch Zorn und Gewalt geprägt ist, verkörpert er als Papst einen sanftmütigen, zugleich aber hedonistischen Charakter. Sich in derart unterschiedliche Rollen einzufinden, dürfte auch für den Darsteller eine besondere Herausforderung darstellen. Zugleich verlangt dieser Wechsel dem Publikum ab, sich vom ersten Eindruck zu lösen und sich auf eine völlig andere Facette desselben Darstellers einzulassen. Rudi Reschke gelingt dieser Spagat überzeugend und macht es dem Publikum leicht, sich auf beide Charaktere einzulassen.

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Die Show in Oberhausen

Das Bühnenbild von Christopher Barreca schafft mit wenigen Mitteln große Bilder. Mehrere bühnenfüllende Steinsäulen verleihen der Inszenierung – auch aufgrund der großen Bühnentiefe des Metronom Theaters – eine eindrucksvolle räumliche Tiefe. Unterstützt werden die Säulen durch eine für Tourproduktionen mittlerweile charakteristische vierteilige Treppenkonstruktion, die zusätzliche räumliche Ebenen schafft und die Bühnenfläche wirkungsvoll ergänzt. Nicht zuletzt sind es die Videoprojektionen von Austin Switser, die unterschiedliche Schauplätze erschaffen und die räumliche Wirkung des Bühnenbildes eindrucksvoll erweitern.

Die Choreografien von Andrea Kingston kommen vor allem in den Ensemblenummern zur Geltung. Diese sind jedoch rar gesät. Die Bewegungsabläufe wirken stellenweise noch etwas uneinheitlich und könnten gelegentlich harmonischer ineinandergreifen. Der Gesamteindruck der Inszenierung wird dadurch allerdings nur geringfügig geschmälert.

Das Kostümbild von Claudio Pohle verbindet historische Aspekte mit einer modernen Hochglanz-Ästhetik. Die Gewänder fügen sich stimmig in die mittelalterliche Welt ein und unterstreichen die unterschiedlichen gesellschaftlichen und kirchlichen Positionen der Figuren. Insbesondere die Gewänder der kirchlichen Würdenträger setzen visuelle Akzente.

Das Lichtdesign von Michael Grundner offenbart in seiner Umsetzung am Premierenabend noch einige Schwächen. So haben die automatisierten Scheinwerfer stellenweise Schwierigkeiten, die Darstellerinnen und Darsteller präzise zu erfassen. So muss Hohler in der Rolle des Anastasius in einer Szene gänzlich ohne Ausleuchtung spielen. Abgesehen davon bleibt die Lichtgestaltung insgesamt eher unauffällig, fügt sich jedoch harmonisch in das Gesamtbild der Inszenierung ein.

Regie führt der renommierte Musicalregisseur Gil Mehmert. Vor allem die Aktualität der Geschichte rund um die Selbstbestimmung der Frau wird gekonnt herausgearbeitet, ohne dem Publikum diese Botschaft mit „erhobenem Zeigefinger“ zu vermitteln. Gerade dieses erzählerische Feingefühl erweist sich als besondere Stärke der Inszenierung. Einziges Manko: Die zunächst durchaus fragwürdig anmutende Liebesgeschichte zwischen Johanna und ihrem Ziehvater Gerold driftet stellenweise ins Kitschige ab und schmälert dadurch ein wenig die emanzipatorische Kraft der Geschichte.

„Die Päpstin – Das Musical“ überzeugt mit einem herausragenden Ensemble, epischer Musik und einer visuell eindrucksvollen Inszenierung. Ein emotionaler Musicalabend, dessen Botschaft über weibliche Selbstbestimmung aktueller denn je ist.

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Mehr Informationen

Weitere Informationen und Tickets für „Die Päpstin – Das Musical“ erhaltet ihr hier.*

Besuchte Vorstellung: Premiere am 23. Oktober 2026 im Metronom Theater Oberhausen

Vielen Dank an die Limelight Entertainment GmbH für die freundliche Einladung zur Premiere von „Die Päpstin – Das Musical“ im Metronom Theater Oberhausen.

Bildquelle (c) spotlight musicals (Peter Scholz)

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