Besuchte Vorstellung: 27. September 2017 (Medienpremiere) im Palladium Theater, Stuttgart

1992 kam der Film „Bodyguard“, mit Whitney Houston und Kevin Costner in den Hauptrollen, in die Kinos. Seit 2012 gibt es ein Musical, welches ab sofort wird es im Stuttgarter Palladium Theater gespielt.

Wir waren bei der Medienpremiere dabei und berichten für euch:

Rachel Marron ist eine berühmte Sängerin, die weltweit über 25 Million CDs verkauft hat. Als während eines Auftritts ein Drohbrief in ihre Garderobe gelegt wird, engagiert ihr Manager den Bodyguard Frank Farmer, der sie vor dem Stalker schützen und ihre Sicherheit gewährleisten soll. Während des Auftrags kommen sich die beiden jedoch näher…

Besucher, die die Musik aus dem Film erwarten werden nicht enttäuscht: So finden sich im Stück Show-Nummern wie „Queen of the night“, aber auch Balladen wie „I have nothing“ wieder, die von den beiden Schwestern auf Englisch gesungen werden. Die Lieder stehen meist im direkten Kontext mit Rachels Gesangskarriere und werden von Sprechszenen in deutscher Sprache eingerahmt, womit es stellenweise einen deutlichen Show-Charakter bekommt. Die 9-köpfige Band unter der Leitung von Bob Edwards spielt den Score fehlerfrei und sorgt für einen kräftigen Sound, der allerdings zeitweise zu laut ist.

Aisata Blackman gibt den Weltstar ‚Rachel Marron‘ und wird dieser Rollenbezeichnung vollkommen gerecht. So wird die optische Erscheinung von einer dominanten Ausstrahlung ergänzt. In ihrem Spiel findet man die Charakterzüge einer Diva, aber auch die einer liebenden Frau und Mutter wieder. Stimmlich zeigt sie mit einer kräftigen Stimme, gekonnten Riffs und gebelteten Tönen was sie kann und sorgt spätestens bei „I will always love you“ für Gänsehaut.

Ihr Bodyguard, Frank Farmer, wird von Jadran Malkovich gespielt. Zwar ist er stets professionell, wirkt aber durch seine Art sowie kleine Gesten liebenswert und wird zu einem Sympathieträger. Singen sollte er nicht – wie er in einer Karaoke-Bar mit einem gewollten Negativ-Beispiel zeigt –  aber umso mehr punktet er mit komödiantischem Talent.

‚Nicki Marron‘, die kleine Schwester, wird von Zodwa Selele gespielt. Sie steht seit der Kindheit in Rachel’s Schatten, arbeitet dennoch für sie und legt eine sympathische Art an den Tag, wobei stellenweise auch ihr Frust deutlich wird. Obwohl sie keine großen Auftritte gibt, steht sie ihrer Schwester stimmlich in nichts nach. Das beweist sie eindrucksvoll im Duett „Run to you“.

Der Kinderdarsteller, Fabian, spielt Rachels Sohn ‚Fletcher‘. Dabei überzeugt er mit seinem Spiel und zeigt eine Spielfreude, die nicht höher sein könnte. Stellenweise kann er sogar sein tänzerisches Talent beweisen.

Auch die weiteren Hauptrollen sind passend besetzt und können mit ihrem Schauspiel überzeugen, wobei besonders der unheimliche Stalker (Marc Früh) nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Das Ensemble besteht aus Tänzern, die Rachel bei ihren Auftritten unterstützen. Die Backstage-Tänzer tanzen die anspruchsvollen Show-Choreografien (Karen Bruce) ohne große Probleme und meistern auch die Hebefiguren problemlos.

Das Stück unter der Regie von Thea Sharrock bietet Unterhaltung mit einer vorhersehbaren Geschichte, die zwar muss es erst an Fahrt gewinnen muss, dann aber mit Spannung und emotionalen Momenten für einen kurzweiligen Abend sorgt. Das Bühnenbild von Tim Hatley verändert sich von einfach gehaltenen Schaukasten-Settings zu einer Show-Bühne, die während der Lieder in Kombination mit Bühnennebel, Pyrotechnik und aufwendigem Licht (Mark Henderson) effektvolle Bilder erzeugt. Auch seine Kostüme sind passend und reichen von einfachen Trainingsklamotten bis zu aufwendigen Kleidern für den Weltstar, die ihren Teil zur Wirkung der Szenen beitragen.

Insgesamt stellen die vielen Whitney Houston-Songs, die die beiden Schwestern gelungen darbieten, das Highlight dar und der Besuch bei „Bodyguard“ verspricht für einen unterhaltsamen Abend, bei dem man das Theater mit guter Laune verlässt.

Weitere Informationen und Tickets für „Bodyguard“ erhaltet ihr hier.

Vielen Dank an Stage Entertainment für die Einladung zur Medienpremiere und freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Stage Entertainment / Jan Potente)

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