Besuchte Vorstellung:  12. April 2017 (Premiere) im Deutschen Theater, München

BB Promotion schickte Andrew Lloyd Webbers „Evita“ zuletzt 2011 durch Deutschland. Nun ist die englischsprachige Tour abermals unterwegs und gastiert bis zum 23. April 2017 erneut im Deutschen Theater München:

Durch die Geschichte führt der Erzähler Che, der den Aufstieg der jungen Eva Duarte zur mächtigen Eva Peron – „Evita“ – mit einem Augenzwinkern erzählt. In den 3 Stunden sieht man viele Intrigen, durch die der Aufstieg der Perons ermöglicht wurde, sowie auch das Ende der „Evita“.

Die Musik stammt von Andrew Lloyd Webber. In dieser Produktion leitet David Harrison-Steadman das 9-köpfige Orchester gekonnt – es spielt von der Kultballade „Don’t Cry for Me, Argentinia“ bis hin zu den rockigen Nummern, wie „A New Argentinia“, fehlerfrei und mit viel Elan. Zeitweise ist die Musik allerdings zu laut und übertönt so einige Darsteller.

Emma Hatton kann schauspielerisch von der jungen, ehrgeizigen ‚Eva Duarte‘ bis zur gebrechlichen ‚Evita‘ überzeugen und spielt ihre Rolle mit viel Gefühl. Mit einer kräftigen Stimme brilliert sie durch Höhen sowie Tiefen und wechselt problemlos zwischen diesen.

Gian Marco Schiaretti ist als ‚Che‘ ein sarkastischer Erzähler mit Charme, der hinter die Kulissen schaut und auch bissig werden kann. Auch in den Ensemble-Szenen kann er mit seinem Gesang herausstechen.

Kevin Stephen-Jones spielt ‚Perón‘ und bleibt rollenbedingt recht blass. Dennoch kommen gegen Ende aus dem glatten Politiker die Gefühle für seine Gattin gut zum Vorschein. Mit seiner markanten Singstimme intoniert er die ganze Show problemlos, wenn auch mit wenigen Akzenten.

Das gesamte Ensemble sowie die Nebenrollen sind passend besetzt und stellen überzeugend die verschiedenen Gruppen des Volkes dar. Stimmlich stark und mit fehlerfrei getanzten Choreographien untermalen sie das Stück gut.

Das Bühnenbild ist ein großer Rahmen, der über den Abend hinweg mit drei großen und vielen kleinen Elementen sowie passenden Lichtstimmungen gestaltet wird. Die Kostüme sowie das gesamte Erscheinungsbild sind eher schlicht gehalten und passen zum Argentinien der damaligen Zeit. Die Inszenierung von Bob Tomson und Bill Kenwright ist nüchtern gestaltet und hat zeitweise einige Längen, kann aber dennoch mit spannenden Einfällen aufwarten.

Insgesamt erwartet Besucher auf der Tour, ein interessantes Stück mit einigen Längen, welches vor allem durch eine starke Cast begeistern kann. Mit etwas Eingewöhnungszeit und einem guten Verständnis für die englische Sprache verbringt man einen berührenden Theaterabend.

Weitere Informationen und Tickets für die Tour von „Evita“ erhaltet ihr hier.

Vielen Dank an das Deutsche Theater für die Einladung zur Premiere und die freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Pamela Raith)

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