Wenn Ende September das letzte Mal „Das Phantom der Oper“ in der „Neuen Flora“ in Hamburg gespielt wird sind es nur noch wenige Tage bis zur Premiere der Fortsetzung „Liebe stirbt nie“ im „Operettenhaus“. Dort wird das Phantom allerdings nicht von Mathias Edenborn verkörpert, sondern vom isländischen Star-Tenor Gardar Thor Cortes.

Wir durften dem neuen Phantom einige Fragen zu seinem kommenden Engagement stellen – seine Antworten könnt ihr hier lesen:

Musicalzone.de: Herr Cortes – könnten Sie sich bitte unseren Lesern als Person vorstellen?

Gardar Thor Cortes: Mein Name ist Gardar Thor Cortes, ich bin 41 Jahre alt und komme aus Island.  Ich bin gerade nach Hamburg gezogen, suche hier eine Wohnung und freue mich auf das nächste Jahr hier in der wirklich sehr schönen Hansestadt. Schon als kleines Kind liebte ich die Musik und auch das Schauspiel. Hier in Deutschland kennen mich einige noch aus der ZDF-Weihnachtsserie NONNI UND MANNI, in der ich einen der beiden Titelhelden spielen durfte. Trotzdem mir das Schauspielern immer sehr viel Freude gemacht hat, entschied ich mich Gesang zu studieren, denn so konnte ich nebenbei auch als Schauspieler arbeiten. Wenn ich mich „nur“ für das Schauspiel entschieden hätte, dann wäre der Gesang zu kurz gekommen. Bereits im Alter von 18 Jahren habe ich mit der klassischen Gesangsaubildung begonnen, was ein sehr junges Alter für eine männliche Stimme ist. Ich habe bereits in vielen verschiedenen Bereichen und in vielen Ländern arbeiten dürfen.  Um pro Bereich nur ein Beispiel zu nennen:  Ich habe neben vielen anderen klassischen Rollen auch als Rodolpho  in der Oper „La Boheme“ in der Isländischen Oper gesungen, in „Das Phantom der Oper“ am Londoner Westend habe ich die Rolle des Raoul gespielt, habe mehrere recht erfolgreiche eigene Musikalben aufgenommen und herausgebracht und bin mit großartigen Künstlern, wie zuletzt mit Elaine Paige, auf Tournee gewesen – alles detailliert zu erzählen, das würde den Rahmen sprengen. *lacht*

MZ: Sie werden ab Oktober als „Phantom“ in „Liebe stirbt nie“ spielen – können Sie uns etwas über die Rolle erzählen?

GTC: Das Phantom hat einen sehr komplexen Charakter. Einerseits ist er ein „Monster“, da er sein Leben lang entstellt ist, andererseits hat er diese gefühlvolle Seite und seine Liebe für Christine, die ihn sehr menschlich machen. Jeder kann sich in das Phantom hineinversetzen und mit ihm fühlen, denn das Gefühl zurückgewiesen zu werden und dass sich jemand, in den man verliebt ist, für einen anderen entscheidet, das kennt jeder. Sad but true.  Das Phantom hat sich auf Coney Island seine eigene kleine Welt erschaffen. Hier lebt er unerkannt und unbehelligt zwischen Freaks und seltsamen Kreaturen und fällt nicht weiter auf. Und doch kann er seine geliebte Christine nicht vergessen…

MZ: Auch in der Fortsetzung vom „Phantom der Oper“ steht Christine zwischen dem Phantom und Raoul. Wie drückt sich der Konflikt in dem Stück aus?

GTC: Das Phantom liebt Christine noch immer. Zehn Jahre sind vergangen und doch trauert er immer noch seiner großen Liebe hinterher und kann sie nicht vergessen. Und auch Christine hegt noch Gefühle für ihn. Da sie jedoch mit Raoul verheiratet ist und sogar ein Kind hat, ist sie zwischen beiden hin und her gerissen.

MZ: Sie spielten auch schon im „Phantom der Oper“ den Raoul. Wen sie die beiden Teile vergleichen müssten – welcher wäre Ihr Favorit?

GTC: Als ich Raoul am Westend gespielt habe, habe ich sehr viel gelernt. Es war für mich das erste Mal, dass ich in einer Ensuite Produktion mitgewirkt habe. Acht Shows pro Woche bestmöglich ein Jahr lang abzuliefern – da lernt man viel über sich. Ich weiß, auf was ich mich mit dem Phantom einlasse und freue mich darauf. Generell kann ich keinen Favoriten bei den beiden Rollen benennen, da beide Charaktere so verschieden sind. Ich finde beide Rollen toll, da sie verschiedene Herausforderungen mit sich bringen und jede besonders ist auf ihre eigene Art. Auch die Stücke sind einzigartig. Liebe stirbt nie  ist keine Kopie von Das Phantom der Oper, sondern eine Weiterentwicklung. Beide haben ein Alleinstellungsmerkmal und beide sind genial auf ihre eigene Art und Weise, vor allem was die Musik betrifft.  Aber dass ich nun das Phantom bei der Deutschlandpremiere entwickeln darf, das ist schon großartig und darauf freue ich mich sehr!

MZ: Sie wurden von Sir Andrew Lloyd Webber persönlich für die Rolle ausgewählt – können Sie uns etwas über den Casting-Prozess berichten?

GTC: Zu aller erst möchte ich gerne sagen, dass es mir eine große Ehre ist von Andrew persönlich auserwählt zu sein. Ich traf ihn das erste Mal in der Royal Albert Hall in London während eines Konzertes von Elaine Plage, bei dem ich dabei war. Er hat mich dort singen gehört und wollte, dass ich die Rolle des Phantoms in Liebe stirbt nie  spiele. Diese Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. *lacht* Ich war dann ein paar Mal hier in Hamburg, um vor der Castingabteilung von Stage Entertainment und dem Kreativteam von Liebe stirbt nie  vorzusingen und es scheint ihnen gefallen zu haben, denn es hat geklappt.  *lacht*

MZ: Wie werden Sie sich nun auf die Rolle bis zur Premiere vorbereiten?

GTC: Ich habe einen privaten Deutschlehrer, der mich bis zur Premiere unterrichten wird. Jeden Tag treffen wir uns und es wird eifrig gelernt. Ich habe Deutsch schon zu Schulzeiten gelernt und habe auch schon mal in Wien studiert, so dass ich die Sprache nicht ganz neu für mich ist, sondern nur eine Auffrischung benötigt. Im August beginnen dann schon die Proben im Theater. Und parallel bereite ich mich aber auch schon auf die Rolle vor. Und ich suche die passende Wohnung und erkunde Hamburg. Die Zeit bis zur Premiere wird  wie im Flug vergehen…

MZ: Vielen Dank für Ihre Zeit und alles Gute für die Zukunft!

Stage Entertainment hat als kleinen Vorgeschmack zur Produktion ein Musikvideo zu „So sehr fehlt mir dein Gesang“ veröffentlicht, in dem ihr euch einen Eindruck von Gardar Thor Cortes verschaffen könnt:

Wer Gardar Thor Cortes live erleben möchte: Karten für „Liebe stirbt nie“ könnt ihr hier bestellen!

Vielen Dank an Stage Entertainment und Gardar Thor Cortes für die Interview-Möglichkeit!

(Bildquelle (c) Stage Entertainment)

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