Bettina Mönch spielt derzeit am Münchner Gärtnerplatztheater ‚Maria Magdalena‘ in Andrew Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“. Wir trafen sie kurz vor der Premiere zum Interview, in welchem sie über die Rolle, ihre Verbindung zu dem Stück und München sowie ihre Karriere spricht.

Lest hier unser Interview oder schaut euch das Video dazu an:

Musicalzone.de: Bettina, kannst du dich bitte unseren Lesern vorstellen?

Bettina Mönch: Hallo, ich bin Bettina Mönch und spiele hier in „Jesus Christ Superstar“ die ‚Maria Magdalena‘.

MZ: Kannst du uns etwas über diese Rolle erzählen?

BM: Maria Magdalena gehört zum Kreis von Jesus Gefolgschaft, nimmt dort aber eine Art Sonderstellung ein, weil sie – im Gegensatz zu den zwölf Aposteln – eine Frau ist. Außerdem war sie früher Prosituierte und ist somit gesellschaftlich nicht akzeptiert. Jesus hat sich auch dieser Menschen angenommen, wobei sie unter den Jüngern nicht unumstritten ist.

MZ: In anderen Interviews hast du schon erzählt, dass du durch „Jesus Christ Superstar“ Musicals kennengelernt hast. Was bedeutet es für dich, dieses Stück nun selber zu spielen?

BM: Es ist ganz toll! Als ich elf Jahre alt war hat mein Schulchor „Jesus Christ Superstar“ aufgeführt  – das habe ich gesehen und war ganz fasziniert. Dadurch bin ich dann in den Schulchor beigetreten und so entstand auch der Berufswunsch. Es war praktisch, dass ich deshalb keine Texte mehr für das Engagement auswendig lernen musste und ist schön, dass sich das jetzt so auszahlt. Außerdem darf ich in München spielen, wo ich geboren bin. Ich bin in Landsberg – 60 Kilometer von hier – zur Schule gegangen… Das kommt alles so zusammen und ist für mich die Erfüllung eines Kindheitstraums!

MZ: Was hat dich an diesem Genre so gefesselt, dass du Musicaldarstellerin werden wolltest?

BM: Das, was mich eigentlich immer noch fesselt: die Vielseitigkeit. Einerseits in den Ausdrucksmöglichkeiten – man verbindet Gesang, Schauspiel und Tanz – die man als Darsteller hat und auch die Vielfalt des Genres in den Stücken. Es gibt so unterschiedliche Werke: Komödien, Dramen, sinfonische Werke wie „Les Misérables“, Rock-Musicals wie „Jesus Christ Superstar“ oder auch Stücke mit vielen Dialogen wie in „Singin in the rain“. Es ist so breitgefächert und abwechslungsreich – das finde ich immer noch ganz toll! Also ich liebe das Genre heiß!

MZ: Und wie lief deine Ausbildung am Konservatorium in Wien ab?

BM: Also zunächst macht meine eine Aufnahmeprüfung. Die Ausbildung selbst ist eine ganz exklusive Ausbildung, weil es nur acht Leute pro Jahrgang sind und man hat dadurch viel Einzelunterricht, wobei man individuell gefördert wird. Dann macht man ein Diplom, was – Gott sei Dank – gelungen ist… *lacht*

MZ: Wie stand deine Familie dazu, dass du diesen Karriereweg einschlagen wolltest?

BM: Meine Eltern sind Naturwissenschaftler – mein Vater Mathematiker sowie Physiker und meine Mutter Chemikerin – also schlage ich ein bisschen aus der Art… Am Anfang waren sie natürlich skeptisch, aber da sich schnell gezeigt hat, dass ich meinen Weg gehe, sind sie jetzt auch sehr stolz – also meine Mutter, mein Vater ist leider schon verstorben – und auch froh.

MZ: Du bist gebürtige Münchnerin. Was bedeutet es für dich, jetzt wieder hier zu spielen und auch an das Gärtnerplatztheater zurückzukehren?

BM: Das ist toll! Das Gärtnerplatztheater ist für mich wie Familie, da ich viele hier schon seit Jahren kenne und mit ihnen auch schon einige Produktionen gemacht habe. Natürlich habe ich zu der Stadt auch eine ganz besondere Verbindung, obwohl ich nur bis zum vierten Lebensjahr direkt in München gewohnt habe. Meine Mutter lebt immer noch in Landsberg am Lech, also bin ich nah und kann auch mal nach Hause fahren… Das ist sehr schön für mich!

MZ: Gibt es Traumrollen, die du unbedingt noch spielen möchtest?

BM: Viele Traumrollen wurden mir ja schon erfüllt – eine ganz große war immer ‚Sally Bowles‘ in „Cabaret“ und auch „Evita“. Das könnte ich auch immer wieder spielen – das sind einfach tolle Stücke! ‚Maria Magdalena‘ nun auch… Derzeit gibt es nun keine, bei der ich noch sage „Die fehlt mir noch!“. „Chicago“ würde ich auch unglaublich gerne mal spielen – es gibt vieles, was mich noch reizt!
Ich glaube auch, dass sich das immer weiterentwickelt und die Aufgaben sind dann auch immer interessant.

MZ: Was sind deine nächsten Pläne?

BM: Ich spiele als nächstes „Grande Hotel“ am Theater Baden bei Wien mit einer ganz tollen Besetzung: Mit Sona MacDonald, Martin Berger, Hannes Muik… Werner Sobotka inszeniert das und ich glaube, dass das eine ganz tolle Sache wird! Das läuft im Sommer und im Oktober starten – zusammen mit Josef Köpplinger – die Proben für „On the Town“ in St. Gallen.

MZ: Vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Einblicke – viel Erfolg weiterhin!

Die Video-Version (inklusiver einiger Szenen aus der Produktion) könnt ihr euch hier anschauen:

Wer Bettina Mönch und „Jesus Christ Superstar“ live sehen möchte kann hier Tickets für das Münchner Produktion bestellen.

Vielen Dank an Bettina Mönch für die Beantwortung der Fragen und an das Gärtnerplatztheater für die Interview-Möglichkeit!

(Bildquelle (c) Christian POGO Zach)

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