Besuchte Vorstellung: 14. April 2019 im Festspielhaus Füssen

Nach acht Vorstellungen im letzten Dezember ist „Die Päpstin“ derzeit wieder im Festspielhaus Füssen zurück und erzählt die Geschichte nach Donna W. Cross bekanntem Historienroman.

Im Stück geht es um das bewegte Leben der Christin Johanna, die aufgrund ihrer besonderen Begabung als einziges Mädchen an der Klosterschule aufgenommen wird und es im Laufe ihrer Karriere als Mönch bis in den Vatikan schafft. Im Zentrum der Macht sind Intrigen und auch die Liebe nicht weit…

Die Musik von Dennis Martin leitet mit lateinischen Chorälen in das Mittelalter ein, wobei besonders rockige Lieder und gefühlvolle Balladen im Stück vorkommen. In der Produktion wird ein hochwertiges Playback verwendet, wobei gerade der Ensemble-Gesang hörbar vom Band kommt und sich nicht problemlos mit den Live-Elementen einfügt.

Anna Hofbauer nimmt als Päpstin ‚Johanna‘ die Zuschauer mit zu den Höhen und überwiegend schwierigen Zeiten ihres Lebens, die sie emotional glaubhaft durchlebt. Auch während ihren Gesangssoli kommt ihr Schauspiel sowie ihr kräftiger Belt nicht zu kurz.

An ihrer Seite ist als charmanter Soldat ‚Gerold‘ Jan Ammann zu sehen, der ihr zunächst gutmütig eine Unterkunft gewährt und später als Partner wunderbar harmoniert. Gesanglich kraftvoll zeigt er seine Zuneigung in „Ein Traum ohne Anfang und Ende“.

Weitere Unterstützer Johannas sind ‚Aeskulapius‘, der ihr einige Türen öffnet – wie das Lernen an der Klosterschule – und als Erzähler ihrer Geschichte fungiert (besonnen dargestellt von Frank Bahrenberg), und Kevin Tarte als sympathischer Klosterbruder ‚Rabanus‘, der ihr den Rücken freihält und mit dem starken Solo „Hinter hohen Klostermauern“ begeistert.

Den machtbesessenen ‚Anastasius‘ verkörpert Dennis Henschel mit einer hinterlistigen Art, die der berechnenden Anleitung seines Vaters ‚Arsenius‘ (Alexander Kerbst) in nichts nachsteht. Das Duo legt Johanna stets Stolpersteine in den Weg.

Auch die weiteren Rollen sind passend besetzt, wobei in manchen Fällen die schauspielerische Leistung zu wünschen übrig lässt.

Die Inszenierung von Benjamin Sahler arbeitet mit großen Bildern, die teilweise vom eigentlichen Geschehen ablenken. Dennoch tragen die beiden Luftakrobatinnen als schützende Raben zur Symbolik des Stückes bei, während das Tanzensemble (Choreographie: Stefanie Gröning) stellenweise deplatziert wirkt. Das Geschehen spielt im spartanischen Bühnenbild von Andreas Arneth, welches im Zusammenspiel mit Nebel & Licht (nicht immer optimal auf die Darsteller abgestimmt) wandelbar wirkt. Leider sorgen die Umbauarbeiten der Elemente für langwierige Pausen.

Besonders die starke Besetzung der Hauptrollen hilft der „Päpstin“ über manche Unstimmigkeiten sowie technische Fehler hinwegzusehen und der spannenden Geschichte gerne zuzuhören.

Weitere Informationen und Tickets für „Die Päpstin“ in Füssen erhaltet ihr hier.

Vielen Dank an das Festspielhaus Füssen für die freundliche Bereitstellung der Karten!

(Bildquelle (c) Michael Böhmländer)

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