Seit der Premiere 1981 hat sich Andrew Lloyd Webbers „Cats“ zu einem faszinierenden Welterfolg entwickelt. Aktuell reist eine englischsprachige Tour der Londoner Revival-Produktion um die Welt. Wir haben das Gastspiel in München für euch besucht:

Anzeige*

Das Musical „Cats“:

In „Cats“ treffen sich die Jellicle Katzen zum jährlichen Ball, um darüber zu entscheiden, wem ein neues Leben geschenkt wird. Hierfür stellen sich die Katzen selbst sowie ihr Leben revueartig nacheinander vor, so wie sie seinerzeit in den einzelnen Gedichten von T. S. Eliot in der Vorlage „Old Possum’s Book Of Practical Cats“ erdacht wurden.

Die abwechslungsreichen Kompositionen von Andrew Lloyd Webber sind für jede Katze charakterstisch. Insgesamt wechseln sich schwungvolle, das deutsche Publikum zum Mitklatschen einladende Shownummern und melodische Balladen ab, deren Krönung das weltbekannte „Memory“ darstellt. Dazwischen kehrt das aufgeregte Motiv in verschiedenen Variationen immer wieder. Die Band, unter der Leitung von Mathieu Serradell, sorgt für einen vollen Klang der modernisierten Arrangements.

Anzeige*

Die Besetzung der Show:

Jacinta Whyte ist als Glamour-Katze ‚Grizabella’ merklich über ihre guten Jahre hinaus und wirkt gebrechlich. In ihrem großen Solo sorgt sie dann aber mit ihrem starken Belt für einen Gänsehaut-Moment, wenngleich dieser durch die übersteuerte Technik dröhnend klingt.

‚Rum Tum Tugger‘ ist der Rockstar unter den Katzen, der mit entsprechender Präsenz gerne im Mittelpunkt steht und mit seinem Falsett hervorsticht. Ed Wade interagiert als frecher Kater verspielt mit dem Publikum, wobei er manchmal allerdings recht menschlich wirkt.
Er unterstützt gesanglich ‚Mr. Mistofelles‘ (Liam Mower), der derweil mit seiner effektvollen Routine voller Körperspannung, Ausdauer und Charisma begeistert.

Im Laufe des Abends gehört zahlreichen Katzen abwechselnd das Rampenlicht, die sich mit ihren Geschichten, aber auch Verhalten voneinander differenzieren und allesamt überzeugen können. Das charakteristische Verhalten der Tiere behält das meist ausdrucksstarke Ensemble auch bei der direkten Publikumsinteraktion bei. Die eigene Körpersprache der Katzen ist vor allem aber untrennbar mit den anspruchsvollen Choreographien von Gillian Lynne verbunden, welche diese mit Elementen aus Ballett, aber auch stellenweise Stepptanz kombiniert. Der Cast tanzt diese als beeindruckende Einheit und ist auch stimmlich stark.

Anzeige*

Die Inszenierung auf Tour:

Die Inszenierung von Trevor Nunn ist auf Unterhaltung ausgelegt, wobei die Geschichten vorwiegend in den einzelnen Nummern erzählt werden. Diese sind abwechslungsreich gestaltet wie auch die Katzen selbst. Dass die Illusion funktioniert, ist neben der Körpersprache auch dem Design von John Napier geschuldet, welches die Darsteller mit einem Ganzkörperkostüm und aufwendigen Make-Up transformiert. Gleich bleibt dahingegen die Müllhalde als Handlungsort, während verschiedene Abfälle geschickt in die Nummern integriert werden. Auch Katzenaugen sind in dieser Halde versteckt, die zwischen der Showbeleuchtung von David Hersey zur Geltung kommen.

„Cats“ ist ein einzigartiges Theatererlebnis, was im Original auch heute noch als Spektakel dank des kreativen Konzepts und der ausdrucksstarken Besetzung funktioniert.

Weitere Informationen und Tickets für die Tour von „Cats“ erhaltet ihr hier.

Besuchte Vorstellung: 1. Juni 2022 (Preview) im Deutschen Theater München

Vielen Dank an das Deutsche Theater München für die freundliche Einladung zu „Cats“!

(Bildquelle (c) Alessandro Pinna)

Teile das mit deinen Freunden via: