Erst 2018 feierte das neue Musical „The Prom“ umjubelte Premiere am Broadway und Regisseur Ryan Murphy war bei seinem Besuch u.a. aufgrund der zahlreichen Parallelen zu seiner Jugend in Indiana so gerührt und gleichzeitig begeistert, dass er das Musical in kürzester Zeit für Netflix verfilmte.

Wir konnten den Film vorab streamen und berichten euch:

„The Prom“ (Bob Martin & Chad Beguelin) erzählt die Geschichte von vier Broadway-Stars, die ihre besten Tag hinter sich haben und nach einem erneuten Flop sich auf die Suche nach einem guten Zweck machen, um damit ihr Image aufzubessern. Dabei stoßen Sie auf den Fall der lesbischen Emma aus Indiana, deren Abschlussball durch die Eltern gecancelt wurde, da sie eine andere Frau als Date einladen wollte. Also macht sich die Truppe auf den Weg, um Emma zu Gerechtigkeit zu verhelfen und sorgt dabei für Furore.

Die poppige Musik stammt von Matthew Sklar, der für das Stück eine gelungene Mischung aus emotionalen Balladen und mitreißenden Shownummern komponiert hat, deren Energie spätestens beim großen Finale überspringt. Zeitweise ist lediglich Auto-Tune übermäßig hörbar, der bei diesem Cast (auch in der deutschen Fassung wurden die Lieder im Original belassen) nicht nötig gewesen wäre.

Jo Ellen Pellman, die erst 2018 ihr Studium beendet hat und nun bereits von Meryl Streep als zukünftige Gigantin bezeichnet wird, ist als ‚Emma‘ zu sehen und steht den erfahreneren Co-Stars durch ihr Charisma in nichts nach. Alle Höhen und Tiefen nimmt man stets glaubhaft ab, wobei besonders ihr Solo „Unruly Heart“ einen der emotionalen Höhepunkte des Films darstellt.

Ihre Freundin ‚Alyssa‘ verkörpert Ariana DeBose („Hamilton“), wobei sich diese verstecken muss, um den Ansprüchen ihrer bestimmenden Mutter (Kerry Washington) als scheinbar perfekte Tochter gerecht zu werden.

Der Broadway-Legende ‘Dee Dee Allen‘ verleiht Meryl Streep gekonnt die markanten Starallüren. Sie beansprucht den Bildschirm regelmäßig mit ihren überdimensionierten, energetischen Auftritten für sich, wobei sie im bezaubernden Zusammenspiel mit Schulleiter & Theaterliebhaber Mr. Hawkins (Keegan-Michael Key) nach und nach ihre Rüstung ablegt.

James Corden ist als ‚Barry Glickman‘ ebenfalls eine narzisstische Diva. Doch nach dem Kennenlernen wird er schnell zum glühenden Unterstützer und wahrhaften Freund von Emma, da er sich an seine eigene Geschichte und die einige Ähnlichkeiten darin erinnert.

Weiterhin engagiert sich Andrew Rannells als ‚Trent Oliver‘ bei Ihren Mitschülerinnen und Mitschülern für Akzeptanz, während ‚Angie Dickinson‘ (Nicole Kidman) Emma mit Eiscreme und einer Lektion über ‚Zazz‘ rührend wiederaufbaut – anfangs sind alle vier Stars jedoch übermäßig anstrengend.

Regisseur Ryan Murphy bleibt der Vorlage treu, schafft durch die Ergänzung weniger Szenen nochmal mehr Tiefe und nutzt filmische Stilmittel geschickt, um die Geschichte nochmal pointierter und durch authentische Sets wie eine komplettes Einkaufzentrum größer zu erzählen. Große Menschenmassen lassen die anspruchsvollen Choreografien von Original-Regisseur Casey Nicholaw außerdem nochmal beeindruckender wirken, aber auch die intimen Momente können im Kontrast ihre emotionale Wirkung entfalten.

Insgesamt ist „The Prom“ ein kurzweiliges Vergnügen, das mit einem prominenten Cast besticht, der die Charaktere eindrucksvoll ausfüllt. Alle Beteiligten erzählen eine lebensbejahende Geschichte, die Musical-Liebhaber aus der Ferne mitreißt und noch lange positiv nachwirkt.

Ab 11. Dezember könnt ihr „The Prom“ auf Netflix schauen!

Vielen Dank an Netflix für die freundliche Bereitstellung eines Pressezugangs sowie der Einladung zur Pressekonferenz!

(Bildquelle (c) Melinde Sue Gordon/Netflix)

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